Morphologische Differenzierung adulter humaner mesenchymaler Progenitorzellen
in Nervenzellen in vitro
1Linke S., 2Stute N., 2Zander A., 1Richard G., 3Schachner M., 3Bartsch
U.
1Augenklinik und 2Einrichtung für Knochenmarktransplantation, Universitätsklinikum
Eppendorf, Martinistr. 52, 20 246 Hamburg, 3Institut für Biosynthese
neuraler Strukturen; Zentralinstitut für Molekulare Neurobiologie
Hamburg (ZMNH)
Ziel: Analyse des Differenzierungspotentials adulter humaner mesenchymaler
Progenitorzellen (Isolierung und Kultivierung nach der von AI Caplan et
al. beschriebenen Methode) in eine neuronale Richtung in vitro.
Methoden: Adulte humane mesenchymale Progenitorzellen (mP`s) wurden
aus dem Knochenmark von freiwilligen Spendern nach deren vorheriger Aufklärung
und Zustimmung gewonnen und wie beschrieben unter geeigneten Zellkulturbedingungen
expandiert (Haynesworth et al. 1992): Mononukleäre Zellen aus dem
Knochenmark wurden über eine Ficoll-Dichtegradienten Zentrifugation
gewonnen und in Plastik-Kulturflaschen transferiert. Die Zellen wurden
dann in einem DMEM-Medium mit 10% fötalem Kälberserum (speziell
selektioniert) expandiert. Nach der dritten Passage wurden die mP`s in
einer Dichte von 2000 Zellen/cm2 auf ein PLL beschichtetes Substrat ausgesät.
Zur Induktion der Differenzierung in eine neuronale Richtung wurde dem
Medium das fötale Kälberserum entzogen und 2%DMSO/200µM
Butyl-Hydroxianisol (Woodbury et al. 2000) hinzugefügt; die morphologische
Differenzierung wurde durch Phasen- Kontrast Mikroskopie und durch Time-Lapse
Video-Mikroskopie genauer analysiert.
Ergebnisse: Adulte humane mP`s konnten in unserem Zellkultursystem
rasch und effektiv expandiert werden. Die Kulturen bestanden nach drei
Passagen aus einer homogenen Zellpopulation undifferenzierter Zellen (FACS-Analyse).
Diese Zellen konnten durch ein einfaches Protokoll in morphologisch neuronal
erscheinende Zellen differenziert werden. Schon 45 Minuten nach Beginn
des Differenzierungsprotokolls veränderten einige der Zellen ihre
Morphologie; spindelförmige Zellen wurden zunächst rund und
sphärisch und begannen daraufhin, Neuriten-ähnliche Fortsätze
zu bilden. Nach einer Inkubationszeit von acht Stunden im Differenzierungsmedium
hatten mehr als 75% der Zellen eine Neuron-ähnliche Morphologie.
Zusammenfassung: Undifferenzierte, nicht hämatopoietische
Zellen aus dem Knochenmark konnten unter geeigneten Zellkultur-Bedingungen
in Zelltypen mit einer neuronalen Morphologie differenziert werden. In
weiteren Experimenten sollen diese in vitro differenzierten Progenitorzellen
immunozytochemisch charakterisiert und das Verhalten dieser Zellen in
vivo nach Transplantation in die pathologisch veränderte Maus-Retina
analysiert werden.
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