Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Der Sulcusring - ein operatives Verfahren zur Verbesserung der Akkommodationsbreite. Tierexperimentelle Untersuchungen

1,2Lohmann C. P, 1Winkler von Mohrenfels C., 3Bos G., 2Marshall J.

1Universitäts-Augenklinik Regensburg; 2Dept of Ophthalmology, The Rayne Institute, ST Thomas' Hospital London; 3Societe Medicale de Precision, Genf

Hintergrund: Eine Reihe von Theorien zur Entstehung der Akkommodation sind bisher beschrieben worden. Darunter gehören auch das Modell von Lütjen-Drecoll et al, die eine abnehmende Flexibilität der elastischen Sehnen der hinteren Aufhängung des Ziliarmuskels als Ursache des Akkommodationsverlustes sehen. Durch die dadurch bedingte Konfigurationsänderung des Ziliarkörpers kommt es zu einer Veränderung der Kraftvektoren der Zonulafasern auf die Linse. Im Rahmen von Voruntersuchen am Modell konnten wir zeigen, dass mit Hilfe eines speziell designten Silcusringes die Zonulafasern nach hinten verlagert werden können und somit Anspannung und die Vektorrichtung der Zonulafasern verändert werden kann. Hiermit müsste es zu einer Vergrösserung der Akkommodationsbreite kommen. Ziel der Untersuchungen war es, dieses im Tiermodell zu überprüfen. Als Tiermodell wurde das Yucatan-Minischwein gewählt, da bei diesem Tier die antatomischen Gegebenheiten in Bezug auf Hornhaut, Linse und Sulcus der menschlichen Situation sehr ähnlich sind. Auch konnten wir in Vorversuchen zeigen, dass bei dieser Tierspezies eine Akkommodation besteht, die wie beim Menschen mit zunehmenden Alter abnimmt.
Material und Methodik: Bisher haben wir bei 3 Yucatan Minischweinen den Sulcusring über einen 3 mm cornealen Tunnelschnitt in den Sulcus ciliaris implantiert. Sowohl die Operation, als auch die postoperative Nachkontrollzeit war komplikationslos (keine Linsenverletzung oder Linsentrübung, kein intraocularer Druckanstieg, keine Irisverletzung). Die Fern- und Nahrefraktion wurde präoperativ und nach 7 Tagen pharmakologisch induziert und mittels Skiaskopie gemessen und daraus die Akkommodationsbreite bestimmt. Nach 7 Tagen wurden die Tiere getötet und die enukleierten Augen histologisch aufgearbeitet.
Ergebnisse: Bei allen drei Tieren war präoperativ eine Akkommodationsbreite zwischen 1.00 und 1.50 dpt vorhanden. Nach Implantation des Sulcusringes stieg die Akkommodationsbreite auf Werte zwischen 3.50 und 4.50 dpt an. Die histologischen Untersuchungen ergaben, dass der Ring im Sulcus ciliaris lag und es durch die Implantation zu keiner Beschädigung der Linse und den Zonulafasern gekommen ist.
Schlußfolgerung: Wir konnten zeigen, dass durch die Implantation des Sulcusringes in den Sulcus ciliaris die Akkommodationsbreite vergrössert werden kann. Derzeit laufen weitere Tierversuche, die zeigen sollen, ob der Effekt auch über längere Zeit vorhanden ist und ob durch die Implantation des Sulcusringes eine Cataract oder ein Glaukom induziert wird.




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