Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Ein Hot Spot für Mutationen im mitochondrialen ND6 Gen bei Patienten mit Leberscher hereditärer Optikusneuropathie (LHON)

Luberichs J., Leo-Kottler B., Besch D., Fauser S.

Universitäts-Augenklinik Abt. II, Röntgenweg 11, D-72076 Tübingen

Ziel: Die Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON) ist eine maternal vererbte Erkrankung mit einem raschen, bilateralen Verlust des zentralen Sehens. Die meisten Patienten haben eine von drei Punktmutationen in der mitochondrialen DNA. Zur Identifizierung der genetischen Ursache bei einem LHON-Patienten ohne eine der drei Primärmutationen haben wir das mitochondriale Genom sequenziert.
Methodik: Der erkrankte Patient und seine nicht betroffenen Angehörigen wurden ophthalmologisch untersucht. Die gesamte kodierende Sequenz der mitochondrialen DNA des Patienten wurde sequenziert.
Ergebnis: Die klinische Untersuchung des 10-jährigen männlichen Patienten zeigte die LHON-typischen Befunde. Die Angehörigen der maternalen Linie hatten auch eine peripapilläre Mikroangiopatie. Bei der Sequenz-Analyse fand sich eine Punktmutation an Position 14482 im mitochondrialen ND6 Gen, die einen Aminsäureaustasuch eines konservierten Methionins in ein Isoleucin bewirkt. Diese Mutation war schon als pathogenetisch relevant vorgeschlagen worden und war bei Kontrollpersonen nicht gefunden worden.
Schlußfolgerung: Wir bestätigen, daß die Mutation an Position 14482 die siebte Mutation im ND6 Gen ist, die LHON verursacht. Damit ist dieses Gen ein Hot Spot der Erkrankung. Alle sieben identifizierten Mutationen im ND6 Gen liegen in der gleichen, evolutionär am stärksten konservierten Region des Gens in einem hydrophoben Bereich. Diese Tatsache mag hilfreich sein, den Pathomechanismus von LHON verstehen zu lernen.




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