Korrelation von Liquordruck und volumetrischen Messungen der Papille
mit der Laser-Scanning-Tomographie bei Pseudotumor cerebri
Mardin C., Jünemann A., Heckmann J.
Universitätsaugenklinik mit Poliklinik Erlangen, Schwabachanlage
6, 91054 Erlangen
Hintergrund: Ziel war es die Eignung eines laser-tomographischen
Verfahrens bei der Verlaufsbeobachtung des Papillenödems zur Kontrolle
des Therapieerfolges bei Pseudotumor cerebri (Pc) zu untersuchen.
Methoden: 32 Augen von 16 Patienten mit bilateralem und ein Auge
von einem Patienten mit unilateralem Papillenödem bei Pc (4m, 13w;
OD 16, OS 17) wurden seit 1997 in unserer Poliklinik wiederholt untersucht.
Neben der Anamnese und dem klinisch neurologischen Befund erfolgten Fernvisus,
Gesichtsfeld nach Goldmann und Ophthamoskopie. Der Verlauf des Papillenödems
wurde mit 15°- Fundusphotos und mit dem Heidelberg Retina Tomographen
(Heidelberg Engineering, Dossenheim, Software-Version 2.01) untersucht.
Die Reliabilität der Referenzebene und des Randsaumvolumens wurde
durch wiederholte Festlegung an fünf Tagen an fünf Papillen
bestimmt. Die Papillenbegrenzung wurde anhand des Reflektionsbildes extrapoliert
und auf die nachfolgenden Kontrollaufnahmen übertragen. An 15°-
bzw. 20°-Aufnahmen wurden die Variablen Randsaumvolumen (RV) und die
mittlere Höhe der Konturlinie (MHK) von der Netzhautoberfläche
für die gesamte Papille und in vier Sektoren bestimmt. Der Liquordruck
wurde jeweils nach den Aufnahmen gemessen (cmH2O).
Ergebnisse: Der Beobachtungszeitraum je Patient war 1-48 Monate.
Die Therapie bestand in 17x wh. Liquorentnahme, 15x sys. Azetazolamidgabe,
1x Steroidgabe und 1x lumbo-peritoneale Shuntlage. Die Reliabilität
der Referenzebene und des RV betrug 99,9% . Die MHK war im Betrag von
der gewählten Referenzebene unabhängig. Die Abweichung der Papillenfläche
im Verlauf, durch die wiederholte Übertragung der Konturlinie betrug
im Mittel 0,04±0,03mm² (0-0,13mm²). Die Abnahme von RV
und MHK korrelierte signifikant zur Abnahme des Liquordrucks (R=0,6; p=0,0001).
RV und MHK waren nasal (0,66±0,34mm3 /0,77±0,25mm) am größten,
gefolgt vom oberen (0,47±0,25mm3/0,72±0,24mm), unteren (0,46±0,23mm3/0,70±0,22mm)
und temporalen (0,24±0,16mm3/0,44±0,30mm) Quadranten.
Schlußfolgerung: Die Verlaufskontrolle des Papillenödems
bei Pc mit dem HRT in Korrelation zum Liquordruck ist durch eine exakte
Vermessung der Änderung des Randsaumvolumens und der Papillenhöhe
mit einer hohen Reliabilität möglich. Unterstützt durch
SFB 539
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