Trabekulektomie: Vergleich zwischen Intensivierter Postoperativer Nachsorge
(IPN) und konventioneller Nachbehandlung. Eine retrospektive Langzeituntersuchung
von 177 Operationen.
Marquardt D., Grehn F.
Augenklinik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Untersuchungsziel: Untersuchung der Langzeitergebnisse bei Intensivierter
Postoperativer Nachsorge (IPN) gegenüber konventioneller Nachbehandlung
bei Trabekulektomien ohne intraoperative Antimetabolitenanwendung.
Methoden: Von 184 Trabekulektomien (174 Patienten), zwischen August
1995 und Dezember 1996 durchgeführt, konnten 177 Trabekulektomien
(168 Patienten) mit einer Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren (Median)
retrospektiv analysiert werden. 73 Trabekulektomien (70 Patienten) wurden
vom Operateur unter den Bedingungen der IPN nachkontrolliert (Gruppe 1),
104 Trabekulektomien (98 Patienten) von anderen Augenärzten ohne
IPN nachbehandelt (Gruppe 2). Vorwiegend in Gruppe 1 wurden zur Kontrolle
der postoperativen Wundheilung bei Bedarf angewendet: (1) Erhöhte
Applikation lokaler Steroide bei Auftreten von Korkenziehergefäßen,
(2) wiederholte Injektion von 5-Fluorouracil (5-FU) postoperativ bei beginnender
Sickerkissenvernarbung und/oder (3) Needling und 5-FU-Applikation bei
verkapseltem Sickerkissen. Der postoperative IOD wurde bis maximal 21
mmHg und Reduktion von mindestens 20% gegenüber dem behandelten präoperativen
IOD als "erfolgreich" gewertet.
Ergebnisse: Der durchschnittliche praeoperative IOD aller 177 Augen
betrug 25,7 +/- 4.3 mmHg. Der durchschnittliche postoperative IOD der
letzten 3 Untersuchungen war 15,3 +/- 3,3 mmHg. 167 von 177 Augen erfüllten
die IODErfolgskriterien ohne oder mit Medikation (94,4%). 69 von 73 Augen
(94,5%) von Gruppe 1 und 99 von 104 (95,2%) von Gruppe 2 erfüllten
die oben genannten IOD-Erfolgskriterien mit und ohne Medikation. 61 von
69 Augen (83,6%) der Gruppe 1 und 77 von 99 (74,0%) von Gruppe 2 hatten
stabile Gesichtsfelder (Aulhorn Kriterien) und stabilen Visus (+/- 1 Zeile).
In Gruppe 1 erfüllten 44 von 73 Augen alle Erfolgskriterien ohne
Medikation (60,4%), in Gruppe 2 dagegen nur 33 von 104 (31,7%).
Schlußfolgerung: Diese Studie zeigt, dass ein wesentlich
höherer Anteil an Operationen den Ziel-IOD ohne Medikation erreicht,
wenn Maßnahmen der intensivierten postoperativen Nachsorge zur Kontrolle
der Wundheilung durchgeführt werden.
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