Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Die biomechanischen Eigenschaften des isolierten Kapselsacks

1Martin H., 1Schmidt W., 1Schmitz K.-P., 2Schneider H., 2Guthoff R., 3Terwee T.

Universität Rostock, 1Institut für Biomedizinische Technik, 2Universitätsaugenklinik; 3Pharmacia Groningen BV., van Swietenlaan 5, 9728 NX Groningen

Im Zusammenhang mit biomechanischen Modellen der humanen Linse sind die Materialeigenschaften des Kapselsacks von Interesse. Das Ziel der Untersuchungen ist deshalb, durch eigene Messungen zu verläßlichen Materialkennwerten von humanen Kapselsackproben zu gelangen. Für die Untersuchungen wurden Proben des humanen anterioren Kapselsacks verwendet. Diese Proben wurden in einem speziell entworfenen Prüfstand eingespannt und durch konstanten Druck belastet. Die Durchbiegung der Membran wurde mittels eines Ultraschallsensors gemessen. Durch Anwendung der Membrantheorie wird aus der Durchbiegung der Elastizitätsmodul des Kapselsackmaterials berechnet. Die dazu erforderliche Dicke der Proben wurde durch zwei Methoden bestimmt. Zunächst wurde die Dicke im Prüfstand mittels Ultraschall gemessen, anschließend wurde zum Vergleich die Probe eingebettet und nach Anfertigung von Dünnschnitten unter dem Transmissionselektronenmikroskop untersucht, wobei die Probendicke direkt ermittelt werden konnte. Der ursprüngliche Krümmungsradius der Probe wurde bestimmt, indem die Belastungsrichtung der Probe in der Nähe des Nullpunkts geändert wurde und die daraus resultierende Durchbiegung der Probe ermittelt wurde. Es wurden bisher 113 Proben im Altersbereich zwischen 51 und 91 Jahren untersucht, dabei gelang es in 40 Fällen, den Elastizitätsmodul zu bestimmen. In den übrigen Proben war es entweder nicht möglich, den ursprünglichen Krümmungsradius der Probe zu bestimmen oder die Proben waren entweder zu klein oder beschädigt. Die Meßwerte liegen im Mittel bei 1,84 N/mm² und sind mit den in der Literatur vorhandenen Meßwerten vergleichbar. Es war nur eine geringe Abnahme mit dem Alter zu erkennen. Die Messungen können damit als vertrauenswürdig angesehen werden.




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