Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Solitäre Irismetastase bei Mammakarzinom - wirksame lokale Therapie durch Elektronenbestrahlung

1Martin M., 1Jolevska V., 2Piroth M. D., 2Zierhut D., 1Dithmar S.

1Universitäts-Augenklinik, 2Radiologische Universitätsklinik Heidelberg

Hintergrund: Die Prävalenz der intraokularen Metastasierung beim metastasierenden Mamma-Ca wird mit 4-5% angegeben. Sie betrifft meist die Aderhaut und tritt im Rahmen einer Metastasierung in multiple Organsysteme auf. Irismetastasen sind selten. Eine solitäre Irismetastase als Erstmanifestation des metastatischen Prozesses ohne Nachweis sonstiger Metastasen ist unseres Wissens bislang nicht beschrieben worden. Wir berichten über die erfolgreiche Therapie mittels Elektronenbestrahlung.
Kasuistik: Eine 30jährige Patientin stellte sich mit einem amelanotischen Iris-Kammerwinkeltumor ihres rechten amblyopen Auges vor. 3 Jahre zuvor war eine linksseitige Quardrantektomie und Axilladissektion bei Mamma-Ca mit anschließender perkutaner Radiatio und Chemotherapie erfolgt. Der Iristumor wurde als Metastase angesehen. Das umfangreiche Staging ergab keine weiteren Filiae, weshalb keine systemische Therapie empfohlen wurde. Wir führten eine Elektronenbestrahlung durch (Gesamtdosis: 50Gy, wöchentliche Fraktionierung:5x2Gy, Elektronenstehfeld (9MeV)). Nach passagerer Siccasymptomatik zeigte sich bei Therapieende eine deutliche Tumorrückbildung. 2 Monate nach Therapiebeginn manifestierte sich eine linksseitige Hals-Lymphknotenmetastase, wenig später auch Lungenmetastasen und es erfolgte eine Chemotherapie. 13 Monate nach der Radiatio ist die Irismetastase nicht mehr nachweisbar bei umschriebener Irisatrophie und bisher fehlender Kataraktbildung mit konstantem Visus. Tränensekretion und Tränenfilm sind regelrecht. Die Lungenmetastasen sind in Remission.
Schlußfolgerung: Die Elektronenbestrahlung der Irismetastase erwies sich hocheffektive Therapieoption zur Erhaltung der Funktion des Auges bei tolerabler Akut- und bisher fehlender Spättoxizität. Die besondere klinische Situation einer solitären Iris-Metastase erlaubte es, den Bestrahlungseffekt lange Zeit ohne den Einfluß von sonst notwendig werdenden systemischen Therapien zu beurteilen.




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