Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Augenbeteiligung bei Thrombopenien (S.Moschcovitz-Singer- Symmers, M.Werlhoff)

Mayer U. M.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D 91054 Erlangen

Hintergrund: Bei der klinischen Angabe einer Thrombozytopenie erwartet der Ophthalmologe in der Regel Hyposphagmata oder Blutungen der Retina. Eine ganz andere Symptomatik boten folgende Patienten:
Kasuistik: -Erster Patient: Ein 48jähriger Mann litt seit 15 Jahren an einer thrombozytopenischen Purpura Moschcovitz. Einen Tag vor der Untersuchung in unserer Klinik klagte er über Verschwommensehen auf dem RA. Eine Visusminderung auf 0,2 ließ sich durch Auskorrektur einer erworbenen Hypermetropie auf 0,8 bessern. Ursache war ein Oedem von Macula und Aderhaut (Photo). Angiogramme unterblieben aufgrund der erhöhten Blutungsneigung. Im Rahmen der medizinischen Behandlung unter anderem durch hohe Dosen an Cortison kam es in 10 Tagen zu einer restitutio ad intergrum. -Zweiter Patient: Ein Junge wurde mit jedseitiger Glaskörperblutung geboren. Ein Tumor konnte echographisch ausgeschlossen werden (Photo). Im Rahmen der differentialdiagnostischen Abklärung fiel eine extreme Thrombozytopenie auf. Nach intensivem Befragen erzählte die Mutter, daß sie an einem M. Werlhoff gelitten habe, der aber ausgeheilt sei und in der Schwangerschaft keine Beachtung gefunden habe. Im Rahmen der pädiatrischen Behandlung erreichten die Blutwerte des Kindes normale Ausmaße. Auch die Glaskörperblutung resorbierte sich sehr langsam. Es blieb jedoch eine jedseitige Atrophia bulbi mit Amaurose (Photo).
Folgerung: Im Rahmen einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit müßte es möglich sein, auch derartig seltene Fälle früh zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu verhindern. Somit ließen sich bleibende Schäden vermeiden wie in unserem ersten Beispiel.




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