Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Das adaptive VEP: Ein beschleunigtes Verfahren zur objektiven Bestimmung von Kontrastschwellen

Meigen T., Karl S.

Univ.-Augenklinik Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, 97080 Würzburg

Einleitung: Das visuell evozierte Potenzial (VEP) kann zur objektiven Bestimmung von Wahrnehmungsschwellen (z. B. Kontrastschwellen) eingesetzt werden. Ein Problem stellt dabei die lange Messdauer dar, da das VEP auf viele Reizmuster abgeleitet werden muss, die sich in ihrem Kontrast unterscheiden. Wir haben ein Verfahren entwickelt, bei dem bereits während der Messung eine Datenanalyse durchgeführt wird, was eine adaptive Anpassung der jeweils folgenden Reizmuster erlaubt. Im Rahmen dieser Studie haben wir geprüft, wie sehr sich beim Kontrast- VEP die Messdauer durch dieses Verfahren auf den Schwellenbereich des Kontrastes für verschiedene Karogrößen einschränken lässt.
Methoden: Bei 22 Normalpersonen wurde das VEP auf Schachbrettmuster mit einer mittleren Leuchtdichte von 50 cd/m2, 3 verschiedenen Karogrößen (Kg = 0,05°, 0,24°, 2,4°) und 8 verschiedenen Kontrasten (0,6%, 1,6%, 2,6%, 5,5%, 11,3%, 23,4%, 48,3%, 100%) abgeleitet. Steady-state VEPs auf Musterumkehrreize (f=8,3Hz) wurden mit einer Oz-Fpz Anordnung binokular abgeleitet. Die Signifikanz einer Antwort wurde durch das Verhältnis der Fourier- Amplitude der Musterwechselfrequenz (16,6Hz) zum Amplituden-Mittelwert der beiden Nachbarfrequenzen abgeschätzt. Für jede der 3 Karogrößen wurde neben einer nicht-adaptiven Messung mit 40 Durchläufen pro Kontrastbedingung eine adaptive Messung durchgeführt, bei der die gleiche Gesamtzahl von 320 Durchläufen durch die adaptive Prozedur unterschiedlich auf die 8 Kontrastbedingungen verteilt wurde.
Ergebnisse: Bei den nicht-adaptiven Messungen erfolgte der Übergang zwischen nicht-signifikanten und signifikanten VEP-Antworten für die Karogrößen 0,24° und 2,4° im Kontrastbereich zwischen 1,6% und 11,3%, für die Karogröße 0,05° erst oberhalb von 11,3%. Bei den adaptiven Messungen lagen die 3 Kontrastbedingungen mit den höchsten Durchlaufzahlen jeweils in diesem Übergangsbereich und umfassten 78% (Kg. 0,05°), 81% (Kg. 0,24°) und 52% (Kg. 2,4°) der Gesamtdurchlaufzahl.
Diskussion: Durch die adaptive Prozedur konnte für Reizbedingungen mit unterschiedlichen Kontrastschwellen ein Großteil der Messdauer auf den Schwellenbereich konzentriert werden. Dieses adaptive Verfahren mag helfen, die objektive Bestimmung von Kontrastschwellen durch visuell evozierte Potenziale in der klinischen Routine zu beschleunigen.




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