Plasminogen-Aktivator-Inhibitor-1 Genexpression in pigmentierten Ziliarkörperepithelzellen
des Schweines
1Meyer M. W., 2von Depka M., 1Schröder A., 2Wilhelm C., 1Erb C.
Augenklinik1 und Hämatologie2 der Medizinischen Hochschule Hannover,
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Zielsetzung: Nachweis von Plasminogen-Aktivator-Inhibitor-1 (PAI-1)
mRNA in kultivierten pigmentierten Ziliarkörperepithelzellen des
Schweines und Bestimmung der PAI-1-Aktivität im Zellkulturüberstand.
Methode: Die gesamte mRNA sowohl von kultivierten pigmentierten
Ziliarkörperepithelzellen des Schweines als auch von Nierenzellen
des Schweines wurde jeweils isoliert. Nach der reversen Transkription
wurde die DNA-Sequenz, die für PAI-1 kodiert, unter dem Einsatz von
humanen PAI- Primern und Sonden mit Hilfe der Polymerase-Ketten-Reaktion
(Taq-man PCR) amplifiziert und quantitativ gemessen. Die PAI-1-Aktivität
in den Zellkulturüberständen wurde mit einem spezifischen chromogenen
Test bestimmt.
Ergebnisse: Mit der PCR-Methode wurde in Primärkulturen von
pigmentierten Ziliarkörperepithelzellen des Schweines die Expression
von PAI-1 mRNA nachgewiesen. Als Negativkontrolle wurde die gesamte mRNA
von Nierenzellen des Schweines analysiert. Erwartungsgemäß
wurde in diesen Zellen keine PAI-1 mRNA nachgewiesen. In allen Proben
der Zellkulturüberstände bei den pigmentierten Ziliarkörperepithelzellen
wurde eine erhöhte Aktivität von PAI-1 gemessen (25-37 AU/ml).
Schlußfolgerung: PAI-1 spielt eine zentrale Rolle im Gerinnungssystem.
PAI-1 ist ein sofort wirkender Inhibitor von Gewebe-Plasminogen-Aktivator
und Urokinase. Durch die geringere Aktivierung von Plasminogen und damit
verminderte Produktion an Plasmin wird eine Hemmung der Fibrinolyse und
Proteinolyse erreicht. Unsere Ergebnisse zeigen, daß Ziliakörperepithelzellen
in der Lage sind, PAI-1 zu produzieren und zu sezernieren. Eine verstärkte
Synthese und Sekretion von PAI-1 müßte zu einer verminderten
Auflösung von Fibrin und Extrazellularmatrix im Kammerwasser und
im Trabekelmaschenwerk führen. Die Folge wäre eine erhöhte
Viskosität des Kammerwassers und damit eine Störung im Kammerwasserfluß.
Wegen des erhöhten Abflußwiderstandes könnte eine vermehrte
PAI-1-Aktivität möglicherweise pathogenetische Bedeutung für
das Glaukom haben.
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