Frühe vaskuläre Mechanismen nach photodynamischer Therapie
(PDT)
Michels S. M., Schmidt-Erfurth U.
Augenklinik der Universität Lübeck, Ratzeburger Allee 160,
23538 Lübeck
Zielsetzung: Darstellung früher vaskulärer Veränderungen
im Bereich der chorioidalen Neovaskularisation (CNV) und der umgebenden
physiologischen Choriokapillaris nach photodynamischer Therapie (PDT)
mit Verteporfin.
Methods: 20 Patienten mit überwiegend klassischer CNV wurden
mit photodynamischer Therapie nach empfohlenen Standardkriterien behandelt.
Es wurden Fluorescein- (FLA) und Indozyaningrün- (ICG) Angiographien
vor sowie fünf Stunden, einen Tag und eine Woche nach Behandlung
durchgeführt. Es wurde ein digitales Laser Scanning System (Heidelberg
Retina Angiograph) mit einer kalkulierten Lichtdosis weit unter der Dosis
für phototoxische Effekte benutzt.
Ergebnisse: Fünf Stunden nach Behandlung war bei 90% der Augen
die CNV-Struktur weiterhin angiographisch abgrenzbar. Die CNV-Größe
war nach einem Tag am deutlichsten reduziert (FLA: auf 20%; ICG auf 31%
der initialen Größe) und zeigte nach einer Woche eine nur geringe
Größenzunahme. Unmittelbar nach PDT fand sich eine deutliche
Leckagezunahme aus der CNV sowie der benachbarten, exponierten, physiologischen
Choriokapillaris (FLA:148%;ICG:378% des initialen Leckageareals). Nach
einer Woche entsprach die Leckageaktivität wieder dem Ausgangsbefund.
Die charakteristische chorioidale Hypofluoreszenz im Behandlungsareal
fehlte zunächst vollständig. Im weiteren fand sich eine kontinuierliche
Zunahme der chorioidalen Hypofluoreszenz in Größe und Intensität
mit einem dem Behandlungsareal entsprechenden Flächenmaximum nach
einer Woche.
Zusammenfassung: Die PDT führt zu dynamischen vaskulären
Veränderungen mit einem charakteristischen Zeitverlauf. Ein unmittelbarer
Verschluß der CNV wird nicht induziert. Allerdings geht die raschere
Thrombose der CNV einer langsamer progredienten Alteration der chorioidalen
Perfusion voraus. Der verzögerte Eintritt des Aderhautdefektes erklärt
u. a. den guten postoperativen Visuserhalt bzw. -anstieg.
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