Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Hornhautkomplikationen nach haematopoetischer Stammzelltransplantation

Mittelviefhaus H., Auw-Hädrich C.

Universitäts-Augenklinik Freiburg, Killianstrasse 5, D-79106 Freiburg

Einleitung: Nach einer haematopoetischen Stammzelltransplantation treten häufig schwere Benetzungsstörungen der Augen auf, die auf ein Sjögren artiges Syndrom (SAS) zurück zu führen sind und mit einer Graft-versus-Host (GvH) Erkrankung der Patienten einhergehen. Wir berichten über Hornhautkomplikationen bei Patienten mit SAS.
Patienten und Methode: Bei 50 Patienten (9 bis 65 Jahren, m=42±11J) mit Sjögren artigem Syndrom nach haematopoetischer Stammzelltransplantation wurden Blinkfrequenz und BUT bestimmt, und Schirmer-I, Fluoreszein-und Bengalrosatest durchgeführt. Bei klinischem Verdacht auf eine GvH Reaktion gegen die Bindehaut erfolgte eine Bindehautbiopsie.
Ergebnisse: Bei sechs Patienten mit GvH Reaktion gegen die Haut, die Leber, den Darm bzw. die Bindehaut traten schwere Hornhautkomplikationen auf. Zwei Patienten (# 1,2) mit GvH Reaktion gegen die Bindehaut entwickelten während einer lokalen immunsuppressiven Behandlung eine herpetische Keratitis, eine Patientin (#3) ein trophisches Hornhautulcus und eine Patientin (#4) eine zentrale Hornhautdelle mit irregulärem Astigmatismus und Visusabfall. Bei einem Patienten (#5) kam es während der Behandlung mit einer therapeutischen Kontaktlinse unter lokaler Immunsuppression zu einem bakteriellen Hornhautulcus und schließlich zur Enukleation. Die sechste Patientin (#6) entwickelte während einer rasch progredienten GvH Erkrankung eine pseudomembranöse Konjunktivitis mit Hornhautulzeration.
Diskussion: Wenn nach einer haematopoetischen Stammzelltransplantation eine GvH Erkrankung auftritt, so erhöht dies das Risiko für Komplikationen am Auge. Als Folge einer agressiven Ausdehnung der GvH Reaktion auf Bindehaut- oder Tränendrüsengewebe können Hornhautschäden entstehen. Häufig werden diese erst durch eine lokale immunsuppressive Therapie verursacht. Dabei können nicht nur Infektionen sondern auch trophische oder toxische Hornhautschäden hervorgerufen werden (1). Deshalb empfehlen wir bei einer lokalen immunsuppressiven Therapie von Patienten mit haematopoetischer Stammzelltransplantation enge augenärztliche Kontrollen. - (1) Kachi S et al. Unusual corneal deposit after the topical use of cyclosporine as eyedrops. (2000) AJO 130:667-669.




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