Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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In-vivo Färbung epiretinaler Membranen und der Lamina limitans interna mittels Trypanblau

1Mohr A., 2Melles G.

1Augenklinik St. Joseph-Stift GmbH , Schwachhauser Heerstraße 54 , D - 28209 Bremen; 2Netherlands Institute for Innovative Ocular Surgery , Maaskantstraat 31, NL 3071 - MJ Rotterdam

Einleitung: Zur Identifizierung feiner epimakulärer Membranen insbesondere der Lamina limitans interna scheint eine intravitreale Farbstoffapplikation sinnvoll, um iatrogene Netzhautschäden bei der Präparation zu vermeiden. Wir untersuchten erstmals, ob der in der Hornhaut- und Kataraktchirurgie bereits angewandte Farbstoff Trypanblau auch in der Makulachirurgie hilfreich sein könnte.
Patienten und Methode: Nach entsprechender Aufklärung der Patienten wurde bei 4 Augen eine in-vivo Färbung vorgenommen. Es handelte sich hierbei bei 2 Augen um eine Cellophanmakulopathie und jeweils einmal um ein Makulaforamen Stadium 2a und um eine proliferative Membran bei Diabetes mellitus Typ I. Nach sorgfältiger Vitrektomie mit Ablösung der hinteren Glaskörpergrenzmembran wurde ein Flüssigkeit-Luft Austausch durchgeführt. Danach wurde 0,1 ml einer 0,3% Trypanblau - Lösung vor den hinteren Pol injiziert. Nach einminütiger Wartezeit wurde der überschüssige Farbstoff unter weiterer Luftapplikation entfernt. Um den Färbeeffekt zu beurteilen wurde anschliessend der Glaskörperraum wieder mit BSS aufgefüllt.
Ergebnisse: Bei allen Augen zeigte am hinteren Pol eine blaugraue Anfärbung epiretinaler Strukturen. Der Färbeeffekt ließ während des Eingriffes nach und war nach ca. 10 Minuten praktisch völlig verschwunden. Wahrend dieser Zeit liessen sich jedoch die epiretinalen Membranen sicher identifizieren und entfernen. Auffällig war dass kaum eine begleitende Anfärbung der Nervenfaserschicht eingetreten war. Auch die Lamina limitans interna konnte noch ausreichend angefärbt und entfernt werden. Eine besondere intensive Anfärbung ergab sich bei der diabetischen Traktionsmembran. Hierdurch konnten Adhärenzen wesentlich besser erkannt und deutlich schonender entfernt werden. Bereits am ersten postoperativen Tag konnten ophthalmoskopisch keine Farbstoffreste mehr erkannt werden. Entzündungsreaktionen oder andere Auffälligkeiten konnten nicht festgestellt werden.
Zusammenfassung: Der als Vitalfarbstoff bereits zugelassene Farbstoff Trypanblau scheint auch in der Makulachirurgie ein wertvolles Hilfsmittel zur Vermeidung von Netzhautschäden zu sein. Der unterschiedliche Färbeeffekt der epiretinalen Membranen dürfte Ausdruck verschiedener Gewebeaffinitäten sein. Weitere Studien müssen beweisen, dass keine biochemische Interaktion im Netzhautstoffwechsel durch die Farbstoffapplikation eintritt.



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