Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Impressum



Anatomische Beziehung zwischen der Lamina cribrosa und dem cerebrospinalen Flüssigkeitsraum in normalen und glaukomatösen Augen

1Nestel A., 2Holbach L., 1Jonas J. B.

1Universitätsaugenklinik, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim, Ruprecht-Karls- Universität Heidelberg, 2Augenklinik mit Poliklinik der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg

Hintergrund: Die Lamina cribrosa als Boden der Exkavation der Papilla N. optici grenzt auf ihrer Innenseite an den intraokulären Raum und auf ihrer äußeren Seite an den Sehnerven bzw. cerebrospinalen Flüssigkeitsraum. Da sie eine Druckbarriere zwischen dem intraokulären Raum und dem retrobulbären Raum des Sehnerven darstellt, ist die Lamina cribrosa einem Druckgradienten ausgesetzt. Dies mag von Bedeutung sein für die Pathogenese von Sehnerverkrankungen, die mit abnormen Werten des Augeninnendruckes bzw. des cerebrospinalen Flüssigkeitsraumes einhergehen, wie z.B. den Glaukomen. Das Ziel der vorliegenden Studie war, die anatomische Beziehung zwischen der Lamina cribrosa und dem cerebrospinalen Flüssigkeitsraum zu untersuchen.
Patienten und Methoden: Die Studie beinhaltete 20 Bulbi, die wegen eines malignen Aderhautmelanoms (n=10) mit normalem Sehnerven oder wegen eines schmerzhaften, sekundären Winkelblockglaukoms enukleiert worden waren (n=10). Für alle Augen wurden anterior-posteriore, PAS gefärbte histologische Schnitte untersucht, die durch das Zentrum der Cornea und das Zentrum der Papille verliefen, und die morphometrisch untersucht wurden.
Ergebnisse: In den Normalaugen und Glaukomaugen war die Stelle, wo die Lamina cribrosa mit ihrer Hinterfläche zum cerebrospinalen Flüssigkeitsraum exponiert ist, nahe des Papillenrandes gelegen. Diese Stelle war in den Glaukomaugen signifikant (P<0,01) breiter als in den Normalaugen. Umgekehrt war die kürzeste Entfernung zwischen Augeninnenraum und Liquorraum und die Dicke der Lamina cribrosa in den Normalaugen signifikant (P<0,001) länger und größer als in den Glaukomaugen.
Schlußfolgerungen: Die Maße der Lamina cribrosa einschließlich die Maße der anatomischen Beziehung zwischen Augeninnenraum und Liquorraum sind in Normal- und Glaukomaugen signifikant verschieden. Diese Daten mögen von Bedeutung sein für die Pathogenese der Glaukome einschließlich der Normaldruckglaukome.




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