Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Rheumatische Keratomalazie - Versorgung mit TNF-a-Antagonist und Gore-Tex®-Patch

Nölle B., Amm M., Schröder J. O.

Klinik für Ophthalmologie, Universität Kiel, Hegewischstr. 2, 24105 Kiel

Hintergrund: Keratomalazien bei einer rheumatoiden Arthritis sind eine große Herausforderung für den konservativen und operativen Ophthalmologen. Die Situation wird noch komplizierter, wenn ein Alkoholabusus, ein ausgeprägtes Sicca-Syndrom und eine bakterielle Superinfektion unter therapeutischen Kontaktlinsen hinzutreten.
Methoden: Es wird eine Kasuistik vorgestellt, die zwei Varianten gegenüber dem üblichen Procedere aufweist: 1. wurde ein TNF-a-Antagonist (Enbrel®) eingesetzt, 2. wurde eine lamelläre parazentrale Keratoplastik mit einem Gore-Tex®-Patch durchgeführt.
Ergebnisse: Die Keimisolation und lokale Antibiogramm-orientierte Chemotherapie konnte die akute Mikroorganismen-assoziierte Keratitis bald beherrschen. Es kam im Verlauf von sechs Wochen beiderseits zu einer Descemetocele, die am linken Auge eine perforierende Keratoplastik à chaud erforderlich machte, rechts wurde die umschriebene parazentrale Descemetocele mit einem Gore-Tex®-Patch stabilisiert, welches mittlerweile 18 Monate unkompliziert das Auge stabilisiert und einen Visus bis zu 0.4 erlaubt. Die Indikation zur Primärtherapie der rheumatoiden Arthritis mit TNF-a-Antagonisten wurde auf Grund der internistischen Begleitumstände gewählt. Die Behandlung mit Enbrel® sprach innerhalb von vier Wochen an. Mittlerweile wird die Immunsuppression mit Azathioprin, bei allgemeiner Befundbesserung, fortgesetzt.
Schlußfolgerung: TNF-a-Antagonisten sind vielversprechende Therapieoptionen bei der rheumatischen Keratomalazie, sie zeigen einen schnellen Wirkungseintritt. Prüfenswert wäre eine lokale Anwendung an der Hornhaut. Anstelle eines allogenen Gewebes, welches u. U. schnell in den Keratomalazieprozess eingebunden wird, erweist sich die Benutzung von Gore-Tex® als passager praktikabel.




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