Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Bestimmung der im Auge auftretenden Scherkräfte und Druckspitzen bei unterschiedlichen Füllvolumina mit flüssigen perfluorierten Kohlenwasserstoffen.

1Osterholz J. E., 1;2Winter M., 3Pfister G.

1Klinik für Ophthalmologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel; 2Waller Heerstraße 154a, D-28219 Bremen, 3Institut für Angewandte Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Leibnizstr. 11-19, D-24118 Kiel

Die in der Netzhautchirurgie eingesetzten flüssigen perfluorierten Kohlenwasserstoffe (PFCL) führen bei Langzeittamponaden zu Netzhautveränderungen. Histologische Untersuchungen deuten unter anderem auf eine mechanische Schädigung der Netzhaut hin. Um eine Vorstellung über die Größe der bei PFCL-Füllung auftretenden mechanischen Kräfte zu erhalten, wurden die resultierenden Druck- und Scherkräfte in Modellaugen bestimmt.
Material und Methoden: An einem Augenmodell wurde mittels Drucksensor die resultierende Druckbelastung bei standardisierten Bewegungen (analog der Kopfwendbewegung) an verschiedenen Messpunkten bestimmt. In einem zweiten Versuchsaufbau wurden die Fliesseigenschaften unterschiedlicher PFCL mit Hilfe eines Plexiglasaugenmodells untersucht und daraus die resultierenden Scherkräfte an der Grenzfläche zwischen Netzhaut und PFCL berechnet.
Ergebnisse: Die auftretenden Druckkräfte waren abhängig von der Dichte des PFCL und dem Füllvolumen. Bei jedem untersuchten PFCL war der höchste Druck im statischen Modell jeweils am tiefsten Punkt des Auges zu messen. Im dynamischen Modell verlagerte sich die Druckspitze zur Seitenwand. Die Druckspitzen lagen zwischen 314 Pa (2,4 mmHg) und 407 Pa (3,1 mmHg). Für standardisierte Beschleunigungen war die Größe der gemessenen Scherkräfte stark von der Viskosität der Perfluorcarbone abhängig. Die maximalen Scherkräfte der unterschiedlichen PFCL´s lagen zwischen 0,87 mN/m2 und 8055 mN/m2.
Schlußfolgerung: Die im Auge auftretenden Kräfte durch eine intraokulare PFCL-Tamponade nehmen mit der spezifischen Dichte und der Viskosität des eingesetzten PFCL zu. Ob die relativ geringen Kräfte tatsächlich für die Unverträglichkeit der Langzeittamponade mit PFCL verantwortlich sind, bleibt weiterhin ungeklärt.




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