Hinweise für Änderung opthalmologischer Parameter nach Bildschirmarbeit.
Parasta A. M., Hanne W., Keller R., Mertz M. M., Lanzl I. M.
Augenklinik der Technischen Universität München, Klinikum rechts
der Isar
Ziel: Die vorliegende Studie hat zum Ziel, signifikante Änderungen
ophthalmologischer Parameter nach 8 Stunden Arbeit an modernen Bildschirmarbeitsplätzen
zu evaluieren.
Material und Methoden: 20 gesunde freiwillige Probanden im Alter
zwischen 24 und 34 verbrachten an 4 verschiedenen Tagen jeweils 8 Stunden
an einem Bildschirmarbeitsplatz. Dabei wurden übliche Computerarbeiten
wie Text- und Bildverarbeitung verrichtet. Alle Arbeitsplätze waren
mit den neuen Kathodenstrahlmonitoren mit planer Oberfläche ausgestattet.
Vor und nach der Testphase erfolgte eine ophthalmologische Untersuchung
der Probanden, wobei Visus, Kontrastsensivität (Pelli-Robson-Chart),
Refraktion, Fusion, orthoptische Parameter sowie die Beschaffung der Hornhaut
und der Bindehautoberfläche mittels Fluo- und Begalrosafärbung
dokumentiert wurden. Am Ende des jeweiligen Tages erfolgte eine Befragung
der Probanden über ergophthalmologische Parameter Ihres Arbeitsplatzes.
Ergebnisse: Bei der vorliegenden Anzahl von 20 Probanden zeigten
sich keine statistisch signifikanten Änderungen der erfassten Parameter.
Bei 4/20 Probanden zeigte sich aber eine Abnahme der Kontrastsensivität,
bei 6/20 eine Zunahme der Akkommodationsbreite, bei 7/20 eine leichte
Myopisierung, und bei 4/20 eine leichte Hyperopisierung. Eine Zunahme
der Bindehautfärbbarkeit mit Bengalrosa konnte in 5/20 gezeigt werden.
Diskussion: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass langdauernde
Bildschirmarbeit als Stressor im Hinblick auf eine Tränenfilminsuffizienz
angesehen werden kann und daher zu einer Verschlechterung der Symtomatik
bei Sicca-Patienten führen kann. Die Abnahme der Kontrastsensitivität
könnte auf die Adaptation der Netzhaut an die helle Arbeitsoberfläche
der Textverarbeitungsprogramme zurückzuführen sein. Die Zunahme
der Akkommodationsbreite könnte darauf schließen lassen, dass
lange Bildschirmarbeit bei jungen Probanden möglicherweise wie eine
Akkommodationsübung wirkt.
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