Histopathologische Befunde nach LASIK
Philipp W., Speicher L., Göttinger W.
Universitätsaugenklinik Innsbruck, Österreich
Einleitung: Histopathologische Befunde von menschlichen Hornhäuten
nach LASIK wurden bisher kaum veröffentlicht. In dieser Arbeit präsentieren
wir histologische, immunhistochemische und elektronenmikroskopische Untersuchungsergebnisse
von 5 Patienten bei denen nach LASIK eine Keratoplastik erforderlich wurde.
Methoden: 5 Hornhäute von 5 Patienten wurden zum Zeitpunkt
der perforierenden Keratoplastik wegen iatrogener Keratektasie (3 Fälle)
oder wegen irregulärem Astigmatismus (1 Hyperopie-, 1 Myopiebehandlung)
nach LASIK gewonnen. Neben H&E und PAS-Färbungen wurden transmissionselektronenmikroskopische
Untersuchungen sowie immunhistochemische Untersuchungen mit Antikörpern
gegen Kollagentypen I-VI, gegen Keratan,-und Dermatansulfatproteoglykan
(KSPG, DSPG) und gegen die Zytokine TGF-ß, PDGF-BB, bFGF, HGF und
deren Rezeptoren durchgeführt.
Ergebnisse: Die 3 Hornhäute mit Keratektasie waren zentral
auf 250µ, 260µ und 370 µ verdünnt. Nur Spuren der
Wundheilung mit minimalem Narbengewebe waren am Flaprand sichtbar, wo
häufig eine Dehiszenz der Bowman-Membran anzutreffen war. Unter dem
Flap selbst war das Interface sowohl elektronen-als auch lichtmikroskopisch
meistens nicht sicher identifizierbar, da das angrenzende Stroma normal
und regulär strukturiert war. Bei 2 Patienten waren jedoch artifizielle
Spaltbildungen mit nur wenigen kreuzenden Kollagenlamellen zwischen dem
Flap und dem hinteren Stroma sichtbar. An manchen Stellen waren auch Epitheleinwachsungen
nachweisbar. Bei einer Hornhaut nach Hyperopiebehandlung wurde die parazentrale
Stromaabtragung durch stark verdicktes hyperplastisches Epithel kompensiert
während zentral das Epithel extrem verdünnt war. Immunhistochemisch
war an manchen Stellen DSPG innerhalb des an das Interface angrenzenden
Stromas vermehrt exprimiert, sowie eine verstärkte Expression von
HGF in Keratozyten/ Fibroblasten am Flaprand nachweisbar.
Diskussion: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Wundheilung
nach LASIK sehr gering ist und zu einer signifikanten biomechanischen
Schwächung der Hornhaut führt mit einer biomechanisch praktisch
nicht mehr wirksamen oberflächlichen Lamelle.
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