Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Lebensqualitätsmessungen an Patienten vor Kataraktchirurgie am ersten Auge - Bedeutung des SF-36-Tests

1Reichelt J. A., 1Kovács N., 2Handschuh T., 2Siebmann J. U., 2Küchler T.

1Univ.-Augenklinik, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel, 2Referenzzentrum Lebensqualität i.d. Onkologie, Arnold-Heller-Str. 7, D-24105 Kiel

Hintergrund: In der Kataraktchirurgie ist neben der visuellen Funktion die Lebensqualität (LQ) der Patienten in zunehmendem Maße ein Gütekriterium zur Beurteilung des Therapieerfolges. Grundfragestellung hierbei ist, welche Aspekte der LQ durch Erkrankung und Therapie betroffen sind und wie sich diese reliabel und valide messen lassen. Grundsätzlich besteht die Frage, ob sich durch Kataraktchirurgie die Lebensqualität der Patienten anheben läßt.
Patienten und Methoden: Der 36-item short-form survey (SF-36) ist ein international anerkanntes und standardisiertes Instrument, um LQ zu messen. Dies gilt auch für die deutsche Fassung, für die repräsentative Werte der gesamten deutschen Normpopulation vorliegen. Es werden 36 Fragen zum körperlichen und psychischen Befinden gestellt. Hierbei werden je 4 weitere Untergruppen (Subskalen) unterschieden. Es resultiert ein Gesamtpunktwert zwischen 0 und 100. Hohe Punktwerte zeigen subjektiv empfundene hohe LQ an. In der vorliegenden Pilotstudie wurde 101 Patienten vor Kataraktoperation des ersten Auges der SF-36-Test vorgelegt, von denen 93 Patienten diesen auswertbar ausgefüllt haben. Erneute Befragungen erfolgen 2 und 6 Monate postoperativ, sind jedoch noch nicht in die Auswertung einbezogen.
Ergebnisse: Die Patienten unter 70 Jahren (n=29) lagen vor Katarakt- Operation im Mittel im körperlichen Befinden nur tendenziell unter den Referenzwerten in der Normpopulation (p-Werte für die einzelnen Subskalen: 0,056; 0,061; 0,275; 0,548). Im psychischen Befinden lagen sie hingegen zum Teil signifikant schlechter (p-Werte: 0,006; 0,048; 0,059; 0,408). Bei den über 70-Jährigen (n=64) war das körperliche Befinden in allen Subskalen signifikant vermindert (p-Werte: 0,002; 0,004; 0,009; 0,012). Das psychische Befinden und damit die LQ war in Teilbereichen ebenfalls vermindert (p-Werte: 0,001; 0,011; 0,099; 0,142).
Schlußfolgerungen: Mögliche Ursachen für die schlechtere LQ der Patienten unserer Klinik vor ihrer ersten Kataraktoperation könnten die Katarakt selbst, zum anderen die spezielle Zusammensetzung des Patientengutes an einer Universitäts-Augenklinik sein. Erst nach Eingang noch ausstehender postoperativer Fragebögen kann diese Frage und die Frage nach Einfluß der Kataraktchirurgie auf die LQ beantwortet werden.




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