Piritramid zur Analgosedierung während Peribulbärblock in der
Kararaktchirurgie
1Reinhardt S., 2Burkhardt U., 1Nestler N., 1Wiedemann R.
1Klinik für Augenheilkunde, Universität Leipzig, Liebigstr.
10-16, 04103 Leipzig; 2Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie,
Universität Leipzig, Liebigstr. 20a, 04103 Leipzig
Untersuchungsziel: Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von
Piritramid zur Analgosedierung während Peribulbärblock auf endokrine
Stressreaktion, hämodynamische Parameter und Schmerzwahrnehmung zu
untersuchen.
Methode: In einer halbverblindeten, placebokontrollierten Studie
wurden 60 zur Kataraktoperation aufgenommene Patienten randomisiert zwei
Gruppen zugewiesen. Alle Kataraktextraktionen wurden in Peribulbäranästhesie
mit Hilfe der Phakoemulsifikationstechnik durchgeführt. Gruppe A
(n=30) erhielt 0,05 mg/kg Piritramid (Dipidolor ®) i.v., Gruppe B
erhielt die entsprechende Dosis Kochsalzlösung i.v. als Placebo vor
dem Peribulbärblock. Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz und die
pulsoximetrisch gemessene Sauerstoffsättigung wurden perioperativ
zu fünf definierten Messzeitpunkten aufgezeichnet. Der Schmerz durch
die Peribulbäranästhesie wurde unmittelbar nach Injektion des
Lokalanästhetikums mit Hilfe einer verbalen Analogskala erfasst.
Zur Abschätzung der endokrinen Stressreaktion wurde bei jedem Patienten
in zwei 12-Stunden Sammelurinproben (Nacht vor Kataraktextraktion und
Tag des operativen Eingriffs) die Vanillinmandelsäureausscheidung
gemessen. Mit Hilfe eines Fragebogens wurden Angst des Patienten vor Durchführung
der Lokalanästhesie und während der Operation sowie Rückenschmerzen
während des Eingriffes erfasst.
Ergebnisse: Der mittlere arterielle Blutdruck stieg signifikant
nach Peribulbärblock in der Placebogruppe (p<0,01), in der Piritramidgrupppe
dagegen konnte keine signifikante Veränderung gefunden werden. Beide
Gruppen zeigten einen signifikanten Abfall der Herzfrequenz während
der Operation (P<0,01). Kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen
konnte hinsichtlich der Atemfrequenz und der Sauerstoffsättigung
gefunden werden. Piritramid verhinderte den in der Placebogruppe gefundenen
signifikanten Anstieg in der im Sammelurin gemessenen Vanillinmandelsäureaus-scheidung.
Schmerzempfindung (p<0,01), Angst vor Lokalanästhesie (p=0,02)
und während Operation (p<0,01) sowie Rückenschmerzen (p=0,03)
waren signifikant niedriger in der Piritramidgruppe.
Schlußfolgerung: Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass
die Analgosedierung mit Hilfe von Piritramid vor Peribulbäranästhesie
die Schmerzempfindung und endokrine Stressreaktion verringert sowie eine
bessere hämodynamische Stabilität bei älteren Patienten
gewährleistet.
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