Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Bewegungswahrnehmung untersucht mit evozierten Potentialen - welche Reiz sind geeignet?

Renkl A. E. H., Heinrich S. P., Bach M.

Universitäts-Augenklinik, Killianstr. 5, 79106 Freiburg

Ziel: Die visuelle Bewegungswahrnehmung ist in ihrer Bedeutung vergleichbar mit Helligkeits- oder Farbwahrnehmung, wird aber bislang selten spezifisch geprüft. Evozierte Potentiale können die Bewegungswahrnehmung des Menschen untersuchen helfen. Aber welche Reize aktivieren möglichst spezifisch nur die Bewegungsdetektoren?
Methoden: Wir identifizieren Bewegungsdetektoren durch ihre Richtungsspezifität, die sich durch Bewegungsadaptation nachweisen lässt. In 10 Probanden verglichen wir 3 verschiedene bewegte Reizmuster: vertikale Sinusgitter, vertikale Zufallsstreifen und 2-dimensionale Punktmuster. Als Basisbedingung wurden kurze, nicht adaptierende Testbewegungen (8°/s) nach rechts oder links dargeboten. Danach wurde durch langandauernde Bewegung eine Richtung adaptiert und in diesem Zustand wieder kurze Rechts- und Linksbewegungen angeboten.
Ergebnisse: Alle 3 Reize lösten deutliche Bewegungsantworten aus, die in unterschiedlichem Ausmass richtungsspezifisch adaptierten: Zufallspunkte am stärksten, Sinusgitter sehr wenig. Bei Prüfung auf Kreuzadaptation (z.B. Adaptation mit Punkten, Test mit Streifen) wies die Eigenadaptation den stärksten Effekt auf (p<0.01).
Schlußfolgerungen: Ein Bewegungsreiz aktiviert auch bewegungsunspezifische Neuronensysteme. Verschiedene Bewegungsreize aktivieren unterschiedliche Subpopulationen von Bewegungsdetektoren, wobei Zufallspunktmuster offenbar die größte Population erreichen. Gitterreize wie Sinus- oder Rechteckstreifen scheinen für die Untersuchung der Bewegungswahrnehmung wenig geeignet.




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