Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Neue pharmakologische Ansätze zur Nachstarinhibition

Rieck P., Kojetinsky C., Kriegsch J.

Augenklinik des Universitätsklinikums Charité, Campus Virchow Klinikum, Humbolt Universität Berlin, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin

Einleitung: Neben der in letzter Zeit propagierten Änderung des IOL-Designs (scharfe Optikkante) sind neuere Ansätze zur pharmakologischen Nachstarinhibition ebenfalls erfolgversprechend. Hierbei handelt es sich um Substanzen, die gezielt die verschiedenen Etappen der Nachstarentstehung wie Adhäsion, Migration und Proliferation der im Kapselsack verbliebenen Linsenepithelzellen (LEC) hemmen und zusätzlich eine Spezifität für diese Zellen aufweisen. Wir haben drei dieser Substanzen in vitro im Zellkulturmodell getestet.
Material und Methoden: Bovine und humane LEC wurden unter Standardbedingungen gezüchtet. Das Mitotoxin FGF-Ricin (0,01-10 nM; equimolare Konjugation des Wachstumsfaktors FGF mit dem Pflanzentoxin Ricin) wurde zur Inhibition der Proliferation eingesetzt. Das Naphtylurea Suramin (0,1-5 mM) wurde zur Hemmung der Migration verwendet. Die Wirkung eines zyklischen RGD-Peptids zur Verhinderung der Epithelzelladhäsion wurde ebenfalls untersucht. In Verbindung mit den unterschiedlichen Zielen wurden Proliferations- Migrations- und Adhäsionsassays angewandt.
Ergebnisse: In proliferierenden Zellen wurde eine 98%ige Lyse der LEC nach Einwirkung von FGF-Ricin (10 nM) gemessen. Auf konfluente Kulturen (auch Korneaendothelzellen) zeigte das Mitotoxin keine toxischen Wirkungen. Eine dosisabhängige Inhibition der Migration wurde auch nach Kurzzeitinkubation (1 h) mit Suramin gefunden. Das zyklische RGD-Peptid führte zu einer signifikanten Hemmung der Zelladhäsion an Kulturschalen oder isolierten vorderen Linsenkapseln. Toxische Wirkungen der Substanz wurden nicht gefunden.
Schlußfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen die in vitro Effizienz der verwendeten Agentien zur Inhibition der verschiedenen Etappen der Nachstarentstehung. Die fehlende oder nur spezifisch auf Linsenepithelzellen gerichtete Toxizität dieser Substanzen ist ein wichtiger Aspekt in Bezug auf ihre weitergehende Evaluierung hinsichtlich eines möglichen klinischen Einsatzes. Weitere pharmakologische Ansätze, die in verschiedenen Arbeitsgruppen derzeit Gegenstand experimenteller und/oder klinischer Studien sind, werden im Vergleich zu den hier vorgestellten eigenen Untersuchungen diskutiert.




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