Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Impressum



Ungewöhnliche klinische Befunde bei der Verwendung von schweren Glaskörpertamponaden

1Roider J., 2Hoerauf H., 1Kobuch K., 1Gabel V.-P.

1Augenklinik der Universität Regensburg, 93051 Regensburg, 2Augenklinik der Universität Lübeck, 23538 Lübeck

Schwere Glaskörpertamponaden für Pathologien in der unteren Netzhauthälfte sind eine neue Entwicklung und sind als Langzeittamponaden seit kurzem erstmals in der klinischen Abwendung: semifluorierte Alkane (F6H6, F6H8) und deren Oligomere (OL62HV).
Methode: Im Rahmen einer worst case Selektion wurde bei insgesamt 9 Patienten F6H8 (n=5) und OL62HV (n=4) eingesetzt. Ursache waren komplizierte Ablationes mit Pathologien in der unteren Hälfte, in 3 Fällen ein primärer Einsatz und in 6 Fällen nach Reoperationen. In allen Fällen wurden die Substanzen innerhalb 6 Wochen entfernt. Eine FLA wurden in der F6H8 Gruppe durchgeführt.
Ergebnis: In der F6H8 Gruppe traten in 2/3 aphaken Patienten große Emulsifikationsbläschen auf. In 1/5 Fällen trübte die Substanz an der Oberfläche ein. In 2/5 Fällen traten in der untere Hälfte flockige Auflagerungen und epiretinale Membranen auf. Bei 2 lichtmikroskopisch untersuchten Membranen zeigten sich Makrophagen und amorphes Material. In einem Fall (Aphakie, PDRP) musste wegen persistierenden Druckproblemen eine CPC durchgeführt werden. Die FLA war unauffällig. In der OL62HV Gruppe traten ausgeprägte PVR Membranbildungen unten (2/4) und ungewöhnliche Präzipitate (3/4) auf. In einem Fall kam es bei unauffälligen Verlauf innerhalb der ersten postoperativen Woche (Entlassungsvisus 0.05) innerhalb 4 Wochen zu einem ausgeprägtem zirkulären Beschlag der Grenzflache (OL62HV / Linse u OL62HV / Netzhaut) mit zelluläre Veränderungen. Nach 5 Wochen betrug der Visus Luxdefekt. Bei der Substanzentfernung zeigte sich intraoperativ adhärente flockige Auflagerungen, fragile Netzhaut, enggestellte retinale Gefäße und eine Optikusatrophie.
Schlußfolgerung: Schwere Glaskörpersubstanzen auf der Basis von semifluorierte Alkanen können zu Fremdkörperreaktion und ggfs. zu Optikusatrophien führen und sind momentan nicht für den Langzeiteinsatz geeignet.



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