Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Zentralvenenverschluß im Kindesalter

1Rosenkranz C., 1Vanselow K., 1Lüchtenberg M., 1Krieglsteiner S., 2Becker S., 1Zubcov A.

1Universitätsaugenklinik, 2Kinderklinik, Johann-Wolfgang-Goethe- Universität, Frankfurt/Main

Kasuistik: Ein 10 jähriges Mädchen stellte sich wegen einer plötzlichen Visusminderung am rechten Auge in unserer Klinik vor. Anamnestisch gab die Patientin ein Verschwommensehen seit einigen Stunden an, allgemein litt die Patientin an Asthma bronchiale, Neurodermitis, in der Familie ist Hyperlipidämie und ein Zentralvenenverschluß bei der Großmutter bekannt. Die klinische Untersuchung des rechten Auges ergab klare, brechende Medien, die Papille war randunscharf mit streifigen Blutungen, der hintere Pol zeigte eine ausgeprägte Tortuositas der Gefäße und Blutungen. Der Visus betrug 0,1. Unter der Verdachtdiagnose eines Zentralvenenverschlusses erfolgte eine stationäre Aufnahme mit Einleitung einer rt-PA-Lysetherapie sowie darauffolgende i.v. Heparinisierung. Nach 3 Tagen wurde eine Amotio retinae diagnostiziert. Es erfolgte eine pars plana Vitrektomie mit Öl- Endtamponade, die Netzhaut wurde vollständig wiederangelegt. Nach einem Jahr ist der Netzhautbefund stabil, es wurden keine frischen Hämorrhagien beobachtet, der Visus lag bei einer defekten Lichtprojektion und Handbewegung. Aufgrund des seltenes Bildes eines Zentralvenenverschlusses im Kindesalter wurde eine ausführliche Diagnostik durchgeführt die zu einer Mykoplasmeninfektion, eine Hyperlipidämie Typ IIa, Faktor XI Mangel, Minderwuchs, eines Morbus Gittelman (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hypochloridurie bei normotonem Blutdruck) führte. Die Therapie besteht aus Substitution von Fragmin P 2500IE s.c., Kalium 4x1500mg p.o., Magnesium 3x80mg p.o.
Schlußfolgerung: In wieweit die Hyperlipidämie für den Zentralvenenverschluß ursächlich ist, kann derzeit nicht entschieden werden. Bei dem komplexem und kompliziertem Krankheitsbild im Kindesalter ist eine rasche und breite kinderärztliche Diagnostik von größter Bedeutung.




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