Ein-Jahres-Ergebnisse nach perforierender Keratoplastik mit kombinierter
vitreoretinaler Chirurgie und Silikonöl
Roters S.1, Hamzei P.1, Szurman P.2, Bartz-Schmidt K. U.2, Kirchhof
B.1
1University of Cologne, Center of Ophthalmology, D-50924 Cologne, Germany;
2University of Tübingen, Dept. of Ophthalmology, D-72076 Tübingen,
Germany
Ziel: Eine retrospektive, konsekutive Studie von 53 Augen nach
Pars plana Vitrektomie, temporärer Keratoprotese, vitreoretinaler
Chirurgie und Silikonöltamponade sowie perforierender Keratoplastik
(pK).
Methodik: Die Daten von 53 Augen von 49 Patienten, operiert zwischen
1991 und 1998 und einem Beobachtungszeitraum von min. 1 Jahr wurden ausgewertet.
Besondere Beachtung galt Anamnese, Visus, Tensio, anatomischem und funktionellem
Ergebnis und den Komplikationen.
Ergebnisse: 34 posttraumatische Augen wurden mit pK versorgt (10
Augen bei der primären Rekonstruktion und bei 24 Augen zu einem späteren
Zeitpunkt). 19 Augen mit nicht-traumatischer Hornhautdekompensation benötigten
zusätzlich zur pK eine vitreoretinale Chirurgie aufgrund einer Amotio
(9), Uveitis (5), Hypotonie (4) und Endophthalmitis (1). Der mittlere
Beobachtungszeitraum betrug 28,4 ±18,8 Monate (Spanne 12-84 Monate).
Eine Visusverbesserung konnte bei 58% der Augen beobachtet werden, 2 Augen
verschlechterten sich und 1 Auge musste wegen schmerzhafter Phthisis enukleiert
werden. Hypotonie/Phthisis waren bei 36% aller Augen die Ursachen für
einen schlechten Endvisus, Re-Amotiones bei 9% (überwiegend Trauma).
Folgeeingriffe wurden in 51% nötig. 68% der Hornhauttransplantate
waren nach 1 Jahr noch klar mit einer höheren Überlebensrate
bei nicht traumatisierten Augen (74% vs. 65%). 13 Augen erhielten in Folge
eine Re-Keratoplastik (25%). 2 Augen wiesen eine Immunreaktion auf (4%).
Schlußfolgerung: Die Erfolge nach pK mit kombinierter vitreoretinaler
Chirurgie in schwer erkrankten Augen sind oft durch sekundäres Transplantatversagen
limitiert. Dabei ist die Wiedereintrübung bei Augen, die keine dauerhafte
Silikonölfüllung benötigen, signifikant geringer. Im Allgemeinen
haben posttraumatische Augen eine schlechtere Prognose. Dabei werden die
Langzeitergebnisse ebenso von der Kammerwassersekretion beeinflusst. Die
möglicherweise zeitlich begrenzte Visusverbesserung und der Erhalt
einer orientierenden Sehschärfe bedeutet Lebensqualität besonders
bei einzigen Augen.
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