Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Voriconazol zur Therapie okulärer Schimmelpilzinfektionen nach Versagen von Fluconazol und Amphotericin B

1Ruokonen P., 2Tintelnot K., 1Kojetinsky C., 3Ruhnke M., 1Anders N.

Augenklinik, 3Medizinische Klinik des Universitätsklinikums Charité, Humbolt-Universität, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin; 2Robert- Koch-Institut Berlin, Norduferstr. 20, D-13353 Berlin

Hintergrund: Eine Behandlung invasiver okulärer Hyphomykosen mit oralen Azolen ist zumeist wirkungslos und hat mit Amphotericin B intravenös neben zahlreichen Nebenwirkungen eine sehr schlechte Prognose.
Patienten und Methoden: Zwei Patienten mit histologisch gesicherter Schimmelpilzinfektion der Hornhaut wurden nach Versagen von systemischem Fluconazol und systemischem und lokalem Amphotericin B mit Voriconazol, einem neuen, sich in der Phase III der klinischen Prüfung befindlichen Azol, systemisch (4mg/kg KG i.v. oder p.o. 2x/die), intracameral (3mg/ml) und lokal (stdl. 1%ige Augentropfen) behandelt.
Ergebnisse: Bei beiden Patienten gelang kein kultureller Erregernachweis. Bei einem Patienten wurde trotz Therapie mit Amphotericin B aufgrund einer drohenden Perforation bei zentraler Descemetocele eine perforierende Keratoplastik à chaud durchgeführt. Es kam zu einem Rezidiv der im Explantat nachgewiesen Hyalohyphomykose (am ehesten Fusarien), die erst durch Anwendung von Voriconazol ausheilte. Der zweite Patient brach die intravenöse Amphotericin B ab. In den folgenden Tagen kam es zu einer gravierenden Verschlechterung. Trotz Einsatz von Voriconazol musste das Auge enukleiert werden. Mittels PCR gelang ein Nachweis von Aspergillen.
Schlußfolgerung: Voriconazol ist ein vielversprechendes Antimykotikum, dass neben intravenöser auch eine orale Applikation erlaubt. Außer einer passageren Transaminasenerhöhung traten keine Nebenwirkungen auf. Die lokale Anwendung wurde, auch als Vorderkammerspülung, gut toleriert.




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