Topische Anästhesie versus Parabulbäranästhesie bei Routine
Kataraktoperationen
Sauder G., Jonas J. B.
Universitätsaugenklinik, Fakultät für klinische Medizin
Mannheim, Ruprecht- Karls-Universität Heidelberg
Einleitung: Ziel der Studie war, Effizienz, Sicherheit und klinisches
Ergebnis von Tropfanästhesie im Vergleich zur Parabulbäranästhesie
bei geplanten Katarakteingriffen zu untersuchen.
Patienten und Methode: Die prospektive, randomisierte, klinische,
interventionelle Studie umfaßte 140 Patienten, bei denen konsekutiv
eine Kataraktoperation durchgeführt wurde. Es erfolgte eine randomisierte
Aufteilung der Patienten in eine Tropfanästhesiegruppe (Oxybuprocain
0,4% AT 5 mal über 10 Minuten) und eine Parabulbäranästhesiegruppe
(8 ml Mepivacain 2% parabulbär). Die Kataraktoperationen wurden von
zwei erfahrenen Chirurgen bei transkornealem Vorderkammerzugang mit Phakoemulsifikation
und Implantation einer faltbaren hydrophoben Acryllinse durchgeführt.
Unmittelbar postoperativ wurde das subjektive Schmerzempfinden der Patienten
anhand einer Analogskala mit 10 Punkten erhoben.
Ergebnis: Zwischen den beiden Studiengruppen zeigte sich kein statistisch
signifikanter Unterschied hinsichtlich Schmerzempfinden (p=0,54), Dauer
der Operation (p=0,52), intraoperativen Komplikationen (p=0,17), postoperativem
Visus (p=0,94), Anstieg von systolischem und diastolischem Blutdruck (p=0,16),
und Sauerstoffsättigung (p=0,74). Fünf von 69 (82,1%) Patienten
aus der Parabulbärgruppe erhielten intraoperativ zusätzlich
eine Tropfanästhesie, wohingegen kein Patient aus der Tropfanästhesiegruppe
zusätzliche subkonjunktivale oder parabulbäre Anästhesie
benötigte. Hyposphagmata und periorbitale Hämatome wurden nur
in der Studiengruppe mit Parabulbäranästhesie gesehen.
Schlußfolgerung: Es gab keinen statistisch signifikanten
Unterschied hinsichtlich subjektivem Schmerzempfinden und perioperativen
chirurgischen Komplikationen in der Tropfanästhesiegruppe im Vergleich
zur Parabulbärgruppe. Anästhesiebedingte Komplikationen gab
es signifikant öfter in der Parabulbärgruppe. Aufgrund der geringeren
Invasivität und Komplikationsrate stellt die Tropfanästhesie
eine Alternative zur Parabulbäranästhesie dar.
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