Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Sensitivität und Spezifität eines Video-Autorefraktometers im Screening nach amblyogenen Ametropien.

Schimitzek T., Schworm H. D., Haase W.

Universitätsaugenklinik Hamburg/Eppendorf, Bereich Orthoptik und Pleoptik, Leiter: Prof. Dr. H. D. Schworm, Martinistraße 52, 20246 Hamburg

Hintergrund: Ziel der vorliegenden Studie ist die Ermittlung der Effizienz eines kommerziell erhältlichen Infrarot-Videorefraktometers (Power-RefractorTM) bei der Messung von Kindern und die Bestimmung der Zuverlässigkeit bei der Erkennung von amblyopieauslösenden Ametropien. Ist Zykloplegie bei diesem Verfahren erforderlich?
Methoden: 255 Augen (-28,25 dpt bis +7,88 dpt sphärisches Äquivalent) von 128 Patienten (1 - 81 Jahre) wurden unter Zykloplegie skiaskopiert. Alle Patienten wurden mit dem PowerRefractorTM unter Zykloplegie gemessen. 54 dieser Patienten (108 Augen) wurden zusätzlich ohne Zykloplegie untersucht. Die Technik des Gerätes basiert auf exzentrischer Photorefraktion und mißt beide Augen gleichzeitig aus einer Entfernung von 1 m. Eine Videoanalyse wird von jedem Auge in 3 Meridianen berechnet. Der Prüfling kann auf einem Bildschirm in Echtzeit beobachtet werden. Der Refraktionswert wird unmittelbar angezeigt.
Ergenbnisse: Eine Refraktionsmessung war in allen Altersklassen möglich. Kleine Kinder, die sich nicht mit konventionellen Tisch-Autorefraktometern untersuchen ließen, erforderten mehr Aufwand. Die mittlere Sensitivität zur Erkennung sämtlicher amblyopieauslösender Ametropien betrug 78% unter Zykloplegie und 80% ohne Zykloplegie. Die Spezifität lag bei 75% bzw. 80%. Bei der Detektion von Anisometropie, Hyperopie und Astigmatismus reichte die Rate der falsch negativen Ergebnisse von 11% bis 24%. Vor allem hoher Astigmatismus und Hyperopie wurden oft nicht erkannt.
Schlußfolgerung: Die Zuverlässigkeit des untersuchten Photorefraktometers hinsichtlich der Erkennung von amblyopieauslösenden Ametropien war mit den übrigen in der Literatur beschriebenen Verfahren vergleichbar. Eine Zykloplegie hatte keinen klinisch relevanten Einfluß auf die Ergebnisse. Periphere Aberrationen scheinen die Messung bei weiter Pupille zu stören. Eine wesentliche Stimulation der Akkommodation war nicht nachweisbar. Das Verfahren ist gut bei Kindern einsetzbar, Anisometropie und hohe astigmatische und hyperope Ametropie blieben jedoch in einigen Fällen unerkannt.




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