Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Histopathologische Effekte der photodynamischen Therapie in humanen Augen

Schlötzer-Schrehardt U., Viestenz A., Naumann G. O. H., Laqua H., Michels S., Schmidt-Erfurth U.

Augenklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Augenklinik der Medizinischen Universität Lübeck

Zielsetzung: Histopathologische Analyse der Auswirkungen der photodynamischen Therapie (PDT) auf choroidale und retinale Strukturen in humanen Augen.
Methoden: An drei Augen von drei Patienten mit ausgedehnten malignen Melanomen der Aderhaut, die eine Enukleation erforderlich machten, wurde eine PDT mit Verteporfin (Visudyne) anhand von zwei Laserherden (Lichtdosen 50 J/cm2 und 100 J/cm2) in tumorfreien chorioretinalen Arealen durchgeführt. Charakteristische Hypofluoreszenz-Areale liessen sich sowohl mit Fluoreszein- als auch ICG-Angiographie nachweisen. Die Augen wurden eine Woche später enukleiert und mittels Licht- und Elektronenmikroskopie untersucht.
Ergebnisse: Im Gegensatz zu den unbehandelten Kontrollarealen war in den PDTArealen lichtmikroskopisch ein selektiver Verschluss der Choriokapillaris erkennbar. Elektronenmikroskopisch sichtbare Veränderungen umfassten eine Schwellung, Schrumpfung und Fragmentierung der vaskulären Endothelzellen, deren Ablösung von der Basalmembran bis hin zur vollständigen Destruktion des Endothels, weiterhin eine komplette Okklusion der Kapillarlumina durch Fibrin, Thrombocyten und Zelldebris. Ansammlungen von Granulozyten und Makrophagen waren in der Peripherie degenerierter Kapillaren zu erkennen. Innerhalb der okkludierten Lumina konnte gelegentlich eine Reorganisation neuer kleinerer Gefässkanäle durch verbliebene intakte Endothelzellen beobachtet werden. Degenerative Veränderungen tiefer-liegender choroidaler Gefässe und eine fokale vakuolige Degeneration des retinalen Pigmentepithels konnte nur in den 100 J/cm2- Arealen, nicht aber in den 50 J/cm2-Arealen beobachtet werden. Die Photorezeptorschicht war in allen PDT-Arealen intakt.
Schlußfolgerung: Eine PDT unter klinisch relevanten Bedingungen induziert selektive Veränderungen des Choriokapillaris-Endothels, die zu Verschluss und Thrombosierung der normalen Choriokapillaris führen, ohne signifikante Veränderungen des retinalen Pigmentepithels und der sensorischen Retina zu bewirken. Reparaturmechanismen im Sinne einer Rekanalisation der physiologischen Choroidea lassen sich bereits nach einer Woche beobachten.




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