Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Nachweis bakterieller Vorderkammerkontamination mittels PCR nach Kleinschnitt-Kataraktchirurgie: Implantation von Faltlinsen mittels Faltpinzette versus Injektor: Eine prospektive, randomisierte Studie

Schmitz K., 1König B., Behrens-Baumann W.

Universitäts-Augenklinik, Magdeburg; 1Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Magdeburg

Untersuchungsziel: Kann das Risiko einer bakteriellen Kontamination der Vorderkammer im Rahmen der Faltlinsenimplantation bei der Kleinschnitt- Kataraktchirurgie durch den Einsatz von Injektorsystemen gegenüber der Implantation mit einer Faltpinzette weiter reduziert werden?
Methodik: 50 Augen von Kataraktpatienten wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Bei allen Augen wurde über einen 3,5 mm breiten skleralen Tunnelschnitt eine Phakoemulsifikation durchgeführt und eine Silikon-IOL (Allergan SI 30) in den Kapselsack implantiert. Bei 25 Augen erfolgte die Implantation mittels Faltpinzette, bei 25 mittels Injektorsystem (Unfolder®). Bei OP-Ende wurden bei allen Augen über eine Parazentese etwa 0,2 ml VKFlüssigkeit und gleichzeitig als Kontrolle Spülflüssigkeit aus dem Irrigationszufluß gewonnen. Die gewonnenen Proben wurden sofort tiefgefroren und später mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) quantitativ auf bakterielle DNA untersucht (LightCycler).
Ergebnisse: In 95 % aller Proben, unabhängig ob VK-Flüssigkeit oder Kontroll-Spülflüssigkeit, konnte mittels einer sensitiv eingestellten quantitativen PCR-Methode bakterielle DNA (16S-rRNA-Gen) nachgewiesen werden. Die Werte bewegten sich zwischen 102 und 106 Kopien pro Gesamtprobe. Zwischen den beiden Patientengruppen war keine unterschiedliche DNABelastung festzustellen.
Diskussion: Die postoperative Endophthalmitis ist die schwerste Komplikation nach intraokularer Chirurgie, ihre Inzidenz wird mit 0,05 bis 0,1 % nach Katarakt-Operation angegeben. Durch den Einsatz der Kleinschnitttechnik mit Implantation von Faltlinsen wird nahezu während der gesamten OP-Dauer im "geschlossenen" System gearbeitet, nur während der IOL-Implantation besteht ein negatives Druckgefälle von extraokular nach intraokular. In unserer Studie brachte der Einsatz von Injektorsystemen in Bezug auf die Fragestellung keinen Vorteil. Die Ergebnisse zeigen aber deutlich, daß eine Kontamination des OP-Gebietes mit bakterieller DNA während der Katarakt-Operation nicht gänzlich zu vermeiden ist.



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