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| Abstract | 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin |
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| Spektroskopische Substanzbestimmung in der Vorderkammer des Auges Schrader W. F. Universitätsaugenklinik, Würzburg Das Auge verhält sich wie eine transparente Küvette, es ist
für optische Bestimmungen anatomischer Sturkturen des Auges, aber
auch für funktionellen Untersuchungen zugänglich. Mit der Anwendung
spektrometrischer Methoden lassen sich am Auge weitere Möglichkeiten
auf diagnostischem Gebiet erschließen. Die Augenvorderkammer ist
als flüssigkeitsgefüllter Raum für eine Untersuchung der
optischen Eigenschaften in einem größeren Spektralbereich (350
bis 1300 nm und zusätzlich 1600 bis 1800 nm, d.h. UV-A, sichtbares
Licht (VIS) und Nah- Infrarot (NIR)) geeignet. Am Beispiel der Glucosebestimmung
sollen die Möglichkeiten und Grenzen dieser nichtinvasiven optischen
Verfahren aufgezeigt werden. Um festzustellen, wie weit die Vorderkammer-Flüssigkeit
tatsächlich ein Abbild der Glukosekonzentration im Blutplasma zu
liefern imstande ist, analysierten wir vor Augenoperationen Kammerwasserproben
mit klassischen Labormethoden. Der Glukosegehalt im Kammerwasser beträgt
etwa 75% des Glukosegehaltes im Blut und ist mit dem Blutgehalt hoch korreliert.
Weil er aber zwischen verschiedenen Individuen variiert, ist eine individuelle
Kalibrierung des Meßsignals unumgänglich. Wir nutzten für
unsere Messungen die Reflektion an der Vorderfläche der Augenlinse
aus (drittes Purkinjebild) und konnten trotz des geringen Reflexionsvermögen
von der Größenordnung von 0.3 des eingestrahlten Lichtes
zeigen, daß dieser Reflex zur Messung von Spektren im UV-, im VIS-
und im NIRBereich ausreicht. Auf diese Weise ließen sich auch Blutglukosespiegel
nichtinvasiv bestimmen. Die Ergebnisse streuen zwar bisher noch um ±
30 mg/dl, so daß besonders bei niedrigen und hohen Glukosekonzentrationen
potentiell gefährliche Situationen nicht erkannt werden, doch versuchen
wir, durch eine verbesserte Methodik die Streuung zu verringern. Wir haben
ferner versucht, andere optische Eigenschaften der Glukose zu ihrer Bestimmung
zu nutzen, zum Beispiel die optische Drehung. Zwar ist dies grundsätzlich
möglich, vor allem bei Verwendung kurzwelliger Strahlung. Doch ist
eine Routine-Messung wegen der optischen Aktivität der Hornhaut und
der Beeinflussung der optischen Aktivität an der Linsenvorderfläche
technisch noch nicht, vielleicht grundsätzlich nicht durchführbar.
Es zeigt sich, daß die Vorderkammer des Auges einen günstigen
optischen Zugang zum Organismus und damit Wege zur nichtinvasiven Diagnostik
ermöglicht. Von einer Anwendung im Routinebetrieb, insbesondere einem
Selbstmeßgerät für Diabetiker, sind wir jedoch noch weit
entfernt. Spektrometrische Untersuchungsverfahren, am Auge angewandt,
eröffnen also neue Wege zur nichtinvasiven Diagnostik. Es besteht
hier noch ein großer, aber lohnender Forschungsbedarf. |
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