Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Verkalkungen nach Verätzungen des Auges. Schicksal oder Nebenwirkung der augenärztlichen Therapie?

Schrage N. F., Ballmann B., Kompa S.

RWTH Aachen, Universitätsaugenklinik

Einleitung: Einzelne Berichte über Hornhautverkalkungen nach langfristiger Applikation von Timolol und Dexamethsonphosphat sind lange bekannt, auch Tierexperimente mit intrakameralem Phosphaten führten zu Endothelverkalkungen. Bisher fehlte aber ein Nachweis einer lokalen Toxizität. Seitdem wir Verkalkungen als häufigen Befund bei Verätzungen des Auges wahrnahmen und nach Tierexperimenten mit vollständigen Hornhautverkalkungen nach kontinuierlicher Phosphatpuffertherapie von Verätzungen sahen wir uns in der Lage eine Arbeitshypothese zu formulieren die wir in einer großangelegten Retrospektiven Studie zu untermauern versuchen.
Methoden: Aus 500 klinischen Verätzungsfällen die wir in Aachen behandelten wurden 172 Patienten eingeschlossen. Es wurden Befunde wie Verätzungsagens, Zeit bis zur Erstversorgung, Art der Erstversorgung, Art der weiteren Therapie sowie die klinischen Endbefunde bzw. Befunde vor Keratoplastik untersucht.
Ergebnisse: Das initiale einmalig angewendete Spülagens zeigt keine Korrelation zu späteren Verkalkungen. Eine calciumhaltige Verätzungssubstanz zeigte eine hohe Korrelation (p<0.01) zur späteren Verkalkungen der Hornhaut. Die Art der Weiterbehandlung mit phosphathaltigen Spülungen oder Augentropfen zeigte eine deutliche Korrelation zum Merkmal der Hornhautverkalkung als klinischem Ergebnis. (p < 0.01).
Diskussion: eine fortgesetzte Therapie mit phosphatepuffer-haltigen Augentherapeutika zeigte einen Zusammenhang zum klinischen Endergebnis. Wir glauben, daß phosphathaltige Augentropfen nicht auf epithellosen Augen angewendet werden sollten. Ein calciumhaltiges Verätzungsagens zeigt eine hohe Verkalkungsrate im Verlauf der Erkrankung. Also gibt es auf die im Titel gestellte Frage die Antwort: Eine Hornhautverkalkung ist Schicksal im Fall des calciumhaltigen Verätzungsagens und Nebenwirkung bei langfristiger Therapie mit Phosphatpuffern wie auch schon in früheren Fallberichten vermutet wurde.




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