Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Einfluß von Lerneffekten auf das Ergebnis von Farbsinnprüfungen mit dem Farbtest Roth 28-hue (E) desaturiert

Schröder A., Kreutz M, Meyer M., Winter R., Erb C.

Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Carl-Neuberg Str.1, D - 30625 Hannover

Fragestellung: Inwieweit beeinflussen Lerneffekte das Ergebnis von Farbsinnprüfungen mit dem Farbtest Roth 28-hue (E) desaturiert.
Patienten und Methoden: Untersucht wurden insgesamt 65 Probanden, die in 2 Altersgruppen (Gruppe1: n = 35, 20-39 Jahre; Gruppe 2: n = 30; 40-59 Jahre) aufgeteilt wurden. Als Ausschlußkriterien galten Augen- und Allgemeinerkrankungen. Neben dem ophthalmologischen Status (Sehschärfe, Augeninnendruck, Cup/Disc-Ratio, Fundus) wurde der Farbtest Roth 28-hue (E) desaturiert angewendet. Dieser wurde monokular jeweils für das rechte und linke Auge unter folgenden Standardbedingungen durchgeführt: Hintergrund war ein schwarzer Karton, die Beleuchtung bestand aus 2 Fluoreszenzlampen (Osram L36W/12 LDL Daylight). Die Lichtstärke betrug 2000 lux. Die Farbsinnuntersuchungen wurden zu verschiedenen Meßzeitpunkten (T0-4) nach durchschnittlich 5, 15, 32 und 189 Tagen bei jedem Probanden wiederholt.
Ergebnisse: Die ophthalmologischen Untersuchungen waren bei allen Probanden unauffällig. Die Ergebnisse im Farbtest Roth 28-hue (E) desaturiert zeigten einen unterschiedlichen Lerneffekt in beiden Gruppen. In Gruppe 1 zeigte sich ab dem Meßzeitpunkt T1 (1. Wiederholung nach 5 Tagen) eine stabile Fehlersumme über den gesamten Zeitverlauf, während dieses in der Gruppe 2 erst ab dem Meßzeitpunkt T2 (2. Wiederholung nach 15 Tagen) erreicht wurde. In der Gruppe 2 kam es zu einem erneutem Anstieg der Fehlersumme zum Meßzeitpunkt T4 (4. Wiederholung nach 189 Tagen). Über den gesamten Zeitraum gab es weder in Gruppe 1 noch in Gruppe 2 einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den rechten und linken Augen.
Schlußfolgerung: Bei der Anwendung des Farbtest Roth 28-hue (E) desaturiert muß ein altersabhängiger Lerneffekt berücksichtigt werden. Bei Patienten zwischen 20-39 Jahren reicht eine Wiederholung, bei Patienten zwischen 40-59 Jahren sind zwei Wiederholungen notwendig, um ein stabiles Ergebnis zu erzielen. Zudem sollte bei Patienten zwischen 40-59 Jahren eine Kontrolluntersuchung nicht in zu großen Abständen erfolgen.




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