Unterschiede der funktionellen Ergebnisse nach perforierender Keratoplastik
wegen Keratokonus und Fuchsscher Dystrophie
Seitz B., Langenbucher A., Küchle M., Naumann G. O. H.
Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg,
Schwabachanlage 6, D- 91054 Erlangen
Hintergrund und Ziele: Keratokonus (K) und Fuchssche Dystrophie
(F) führen in unserer Klinik bei weitem das Indikationsspektrum für
eine perforierende Keratoplastik (PK) an. Ziel dieser Studie war es, die
Unterschiede bezüglich Astigmatismus, topographischer Regularität
und Visus nach PK im Vergleich von K und F zu untersuchen.
Patienten und Methoden: Die Einschlußkriterien für diese
prospektive, klinische Querschnittstudie waren: (1) Ein Operateur, (2)
Zentrale runde Erst-PK ohne Voroperationen, (3) F (7,5/7,6 mm, n=73) oder
K (8,0/8,1 mm, n=106), (4) Doppeltfortlaufende Kreuzstichnaht. Ausschlußkriterien
waren (1) Makulopathien, (2) Optikusatrophien oder (3) Amblyopien. Bei
179 Patienten (mittleres Alter 51±18 Jahre) wurde die PK randomisiert
entweder mittels 193 nm Meditec Excimerlasers entlang von Metallmasken
(50 K, 32 F) oder mittels Motortrepan (Mikrokeratron, Geuder) (53 K, 35
F) durchgeführt. Bei 69% der F erfolgte eine Triple-Prozedur. Folgende
Zielgrößen wurden untersucht: 1) keratometrischer Netto-Astigmatismus,
2) Surface regularity index (SRI) und Surface asymmetry index (SAI) des
TMS-1 Topographiesystems, 3) bestkorrigierter Brillenvisus und sphärisches
Äquivalent (SÄQ) - jeweils mit und ohne Fäden. Die mediane
Beobachtungsdauer betrug 3,2 Jahre.
Ergebnisse: Zwischen F und K bestand weder vor (3,5 D/3,25 D Median)
noch nach Fadenentfernung (5,0 D/4,0 D) ein signifikanter Astigmatismus-Unterschied
(p>0,1). Sowohl vor (1,53/1,18) als auch nach Fadenentfernung (1,08/0,78)
lag der SRI bei F signifikant höher als bei K (p</=0,0001). Auch
der SAI war sowohl vor (1,25/0,72) als auch nach Fadenentfernung (0,91/0,58)
bei F signifikant größer als bei K (p</=0,0001). Der Visus
war sowohl vor (0,50/0,60) als auch besonders nach Fadenentfernung (0,50/0,70)
bei F signifikant niedriger als bei K (p<0,0001), wobei jeweils das
SÄQ bei K signifikant myoper war als bei F (p<0,02).
Schlußfolgerungen: Die Visusergebnisse bei K nach PK übertreffen
deutlich diejenigen bei F. Dieses Ergebnis mag bei vergleichbarer Astigmatismushöhe
vor allem auf der stärker irregulären Topographie des Transplantates
bei F mit kleinerem Transplantatdurchmesser beruhen. Allerdings ist der
Einfluß eines instabilen Tränenfilms bei älteren Patienten
mit F nicht auszuschließen.
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