Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Amiodaron: funktionelle und morphologische Untersuchungen der Retina der Maus

Simon E., Duncker G., Bredehorn T.

Klinik für Augenheilkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Magdeburger Str. 8, 06097 Halle/Saale

Ziel: Unter Verwendung von elektrophysiologischen Methoden, wie Elektroretinographie, im Vergleich zu histologischen Untersuchungen, sollen die durch Amiodaron, als kationisch-amphiphile Substanz, verursachten lipidotischen Schädigungen der Retina von Mäusen sichtbar gemacht und lokalisiert werden.
Material und Methoden: Für die Versuche wurden pigmentierte Mäuse vom Zuchtstamm Black CL 57 insgesamt 22 Wochen lang mit Amiodaron gefüttert. Die durchschnittlich aufgenommene Arzneimittel-Tagesdosis betrug 176 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Zu Beginn der Versuche und nach 22 Wochen wurden die Elektroretinogramme abgeleitet. Nach den Messungen erfolgten jeweils die Entnahmen der Präparate für die Histologie.
Ergebnisse: Nach 22 Wochen ließen sich im Vergleich zu den Ausgangswerten signifikanten Änderungen der Amplituden A und B sowie der Gipfelzeiten A und B in den gemessenen Elektroretinogrammen nicht nachweisen. In den histologischen Präparaten waren lichtmikroskopisch keine lipidotischen Einlagerungen sichtbar geworden.
Diskussion: Trotz der relativ hohen Applikation von Amiodaron im Mäusemodell konnten weder funktionelle Veränderungen im ERG noch lichtmikroskopische Veränderungen an der Mäuseretina nachgewiesen werden. Erst der geplante Einsatz von diffizileren Untersuchungsmethoden erlaubt eine abschließende Beurteilung der Retinotoxizität von Amiodaron. In der Funktionsdiagnostik zur Beurteilung von okulären Nebenwirkungen von Amiodaron erscheint das ERG ungeeignet.




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