Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Indocyaningrün-assistiertes Peeling der inneren Grenzmembran in der vitreoretinalen Chirurgie

Szurman P., Grisanti S., Schraermeyer U., Bartz-Schmidt K. U.

Universitäts-Augenklinik Tübingen, Schleichstr .12, 72076 Tübingen

Einleitung: Die Vitalfärbung mit Indocyaningrün (ICG) erleichtert die Visualisierung der inneren Grenzmembran (ILM) beim epiretinalen Peeling während der vitreoretinalen Chirurgie. Um diese Färbemethode näher zu charakterisieren, untersuchten wir die Ultrastruktur gepeelter Membranen, ihre biochemische Komposition und antigenetische Eigenschaften. An Spenderaugen sollten die Vollständigkeit dieser Prozedur und eventuelle ultrastrukturelle Schäden der inneren Netzhautschichten untersucht werden.
Methoden: Eine Standard - pars plana Vitrektomie mit hinterer Glaskörperabhebung und Flüssigkeits-Luft-Austausch wurde durchgeführt. Die Färbung mit 5 mg / ml ICG-Lösung erlaubte die Darstellung einer gut abgrenzbaren ILM, welche unter visueller Kontrolle entfernt werden konnte.
Ergebnisse: Die transmissionselektronenmikroskopische Untersuchung identifizierte eine vollständig entfernte ILM ohne adhärenten zellulären Debris bei intakter Morphologie der inneren Netzhautschichten. Die immunhistologische Aufarbeitung zeigte eine PAS positive Struktur, welche mit Anti Laminin Antiköper markiert wurde. Anti Kollagen IV zeigt keine Affinität zu gepeelter ILM in Standardpräparaten, reagierte jedoch positiv in Präparaten von diabetischen Patienten. Die Vitalfärbung okulärer Gewebe mit ICG deutete auf eine Affinität der ICG-Lösung zu Basalmembran von Hornhautepithel und der Linsenkapsel. Im Dot Blot wurden die Basalmembran-Komponenten Kollagen und Laminin markiert, nicht jedoch Hyaluronsäure.
Diskussion: Die Vitalfärbung der ILM wird vermittelt durch die amphiphilen Eigenschaften von ICG, welches an Lipoproteine und Glycoproteine bindet. Unsere Ergebnisse lassen darauf schliessen, dass dies durch die Affinität von ICG für extrazelluläre Matrixproteine wie Kollagen und Laminin begründet ist. Da die ILM einen spezifischen Subtyp von Kollagen IV alpha-Ketten enthält, markiert Anti Kollagen IV Antikörper nur hochpathologische ILM mit bekannter Kollagen-Neosynthese wie bei diabetischer Retinopathie und unterstreicht die Bedeutung einer operativen Intervention an der vitreoretinalen Grenzschicht bei pathologischen Prozessen.




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