Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Chirurgisch induzierter Astigmatismus und Rotationsstabilität nach Implantation der torischen ArtisanTM Intraokularlinse bei phaken Augen

Tehrani M., Schwenn O., Dick H. B.

Augenklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz

Einleitung: Die Implantation einer torischen Artisan Intraokularlinse (Ophtec, Groningen ) in phake Augen ist eine neue Option zur Korrektur von ametropen Augen mit hoher Fehlsichtigkeit und kornealem sowie lentikulärem Astigmatismus. Diese torische IOL besitzt eine optische Zone von 5.0 mm mit einer sphärischen Vorder- und einer torischen Rückfläche. Die Korrekturbreite erstreckt sich bei Myopie von -3 bis -20 dptr., bei Hyperopie von +2 bis 12 dptr. und über einen Astigmatismus von 2 bis 7 dptr.
Zielsetzung: Evaluation des chirurgisch induzierten Astigmatismus und der Abweichung der erreichten von der intendierten Achsenlage nach Implantation der torischen Artisan IOL in phaken Augen.
Methode: Bei 21 Augen von 12 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren mit hoher Ametropie und Astigmatismus wurde komplikationslos via skleralokornealen Tunnelschnitt bei 12 Uhr eine torische Artisan IOL implantiert. Alle Augen wurden mindestens 6 Monate postoperativ ausführlich ophthalmologisch untersucht (Visus, Refraktion, Messung der IOL-Ausrichtung, Astigmatismusanalyse). Die korneale Vektoranalyse erfolgte auf der Basis der Videokeratoskopie präoperativ und 6 Monate postoperativ. Das präoperative sphärische Äqivalent betrug bei myopen Augen (n=14) im Mittel -10.29 dptr. (-21 bis -4.5), das zylindrische Äquvalent im Mittel -3.64 dptr. (-5.0 bis -1.75D). Bei hyperopen Augen (n=7) lag das sphärische Äqivalent im Mittel bei +4,3 dptr. (3.75 bis 5.75), das zylindrische Äquvalent im Mittel bei-3.39 dptr. (-4 bis- 2).
Ergebnisse: Nach einer postoperative Beobachtungszeit von mindestens 6 Monaten stieg der unkorrigierte Visus in allen Fällen an. 95% der Augen lagen im Bereich von +/- 1D um die Zielrefraktion. Die Abweichung der erreichten von der intendierten Achsenlage lag im Mittel bei 4°(Median=3°, Max.=13°, Min.=0). Im postoperativem Verlauf blieb in allen Fällen die Achsenlage des Implantats stabil. Die korneale Vektoranalyse nach Jaffe und Clayman ergab einen chirurgisch induzierten Astigmatismus von im Mittel -0.11D (Median=0.05, Max.=-1.60, Min.=0.78). Bei der Auswertung nach Naeser fand sich ein chirurgisch induzierten Astigmatismus im Mittel von -0.29D (Median=-0.39, Max.=-1.59, Min.=1.14). Die Achsenanalyse nach Holladay zeigte eine deutliche Astigmatismusreduktion.
Schlußfolgerung: Die Implantation einer torischen Artisan IOL über einen sklerokornealen Tunnelschnitt bei phaken Augen ist eine neue Methode zur Korrektur höhere Astigmatismen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der Rotationsstabilität, der Reversibilität und der guten Vorhersagbarkeit der Refraktion. Durch die superiore Zugangslokalisation ist mit einer relativ geringen Astigmatismusinduktion gegen die Regel zu rechnen.




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