Chirurgisch induzierter Astigmatismus und Rotationsstabilität nach
Implantation der torischen ArtisanTM Intraokularlinse bei phaken Augen
Tehrani M., Schwenn O., Dick H. B.
Augenklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz
Einleitung: Die Implantation einer torischen Artisan Intraokularlinse
(Ophtec, Groningen ) in phake Augen ist eine neue Option zur Korrektur
von ametropen Augen mit hoher Fehlsichtigkeit und kornealem sowie lentikulärem
Astigmatismus. Diese torische IOL besitzt eine optische Zone von 5.0 mm
mit einer sphärischen Vorder- und einer torischen Rückfläche.
Die Korrekturbreite erstreckt sich bei Myopie von -3 bis -20 dptr., bei
Hyperopie von +2 bis 12 dptr. und über einen Astigmatismus von 2
bis 7 dptr.
Zielsetzung: Evaluation des chirurgisch induzierten Astigmatismus und
der Abweichung der erreichten von der intendierten Achsenlage nach Implantation
der torischen Artisan IOL in phaken Augen.
Methode: Bei 21 Augen von 12 Patienten mit einem Durchschnittsalter
von 36 Jahren mit hoher Ametropie und Astigmatismus wurde komplikationslos
via skleralokornealen Tunnelschnitt bei 12 Uhr eine torische Artisan IOL
implantiert. Alle Augen wurden mindestens 6 Monate postoperativ ausführlich
ophthalmologisch untersucht (Visus, Refraktion, Messung der IOL-Ausrichtung,
Astigmatismusanalyse). Die korneale Vektoranalyse erfolgte auf der Basis
der Videokeratoskopie präoperativ und 6 Monate postoperativ. Das
präoperative sphärische Äqivalent betrug bei myopen Augen
(n=14) im Mittel -10.29 dptr. (-21 bis -4.5), das zylindrische Äquvalent
im Mittel -3.64 dptr. (-5.0 bis -1.75D). Bei hyperopen Augen (n=7) lag
das sphärische Äqivalent im Mittel bei +4,3 dptr. (3.75 bis
5.75), das zylindrische Äquvalent im Mittel bei-3.39 dptr. (-4 bis-
2).
Ergebnisse: Nach einer postoperative Beobachtungszeit von mindestens
6 Monaten stieg der unkorrigierte Visus in allen Fällen an. 95% der
Augen lagen im Bereich von +/- 1D um die Zielrefraktion. Die Abweichung
der erreichten von der intendierten Achsenlage lag im Mittel bei 4°(Median=3°,
Max.=13°, Min.=0). Im postoperativem Verlauf blieb in allen Fällen
die Achsenlage des Implantats stabil. Die korneale Vektoranalyse nach
Jaffe und Clayman ergab einen chirurgisch induzierten Astigmatismus von
im Mittel -0.11D (Median=0.05, Max.=-1.60, Min.=0.78). Bei der Auswertung
nach Naeser fand sich ein chirurgisch induzierten Astigmatismus im Mittel
von -0.29D (Median=-0.39, Max.=-1.59, Min.=1.14). Die Achsenanalyse nach
Holladay zeigte eine deutliche Astigmatismusreduktion.
Schlußfolgerung: Die Implantation einer torischen Artisan
IOL über einen sklerokornealen Tunnelschnitt bei phaken Augen ist
eine neue Methode zur Korrektur höhere Astigmatismen. Der Vorteil
dieses Verfahrens liegt in der Rotationsstabilität, der Reversibilität
und der guten Vorhersagbarkeit der Refraktion. Durch die superiore Zugangslokalisation
ist mit einer relativ geringen Astigmatismusinduktion gegen die Regel
zu rechnen.
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