Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Mf-ERG: Vergleich der Retinopathia solaris und Retinitis Photoelectrica

Tesnau R., Bullin M., Welt R.

Augenklinik des Klinikums der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Bremserstrasse 79, 67063 LU

Fragestellung: Nach Beobachtung der Sonnenfinsternis am 11.08.99 stellten wir bei 8 von 17 Patienten, die sich in unserer Augenambulanz mit subjektiven Beschwerden vorstellten, passagere Veränderungen in mf-ERG fest. Sie werden erklärt durch Freisetzung toxischer Reaktionsprodukte an der Aussenseite der Photorezeptoren durch exzessive Sonneneinstrahlung. Verglichen wurden die elektrophysiologischen Veränderungen mit denen bei Patienten mit photoelektrischer Bestrahlung: bei einem Patienten nach Schweißarbeiten und bei einem Patienten nach Verblitzung durch Lichtbogen. Da der Pathomechanismus identisch ist wie bei der Retinopathia solaris, erschien es sinnvoll, nach Abheilung der Keratitis Photoelectrica ein mf-ERG durchzuführen und die Veränderungen bei beiden Krankheitsbildern zu vergleichen.
Methode: Die Patienten wurden in Mydriasis im First-Order-Kernel des mf-ERG (61 Hexagone, Distorsionsfaktor 4, 20-Zoll-Monitor, DTL-Fadenelektroden) untersucht. Bei der Beurteilung wurden folgende Kriterien zugrunde gelegt: 1. die Grösse der Antwortpotentiale, 2. inwieweit die Verteilung der Antwortpotentiale vom Zentrum zur Peripherie hin eine symmetrische Abflachung zeigte, 3. ein spitzer, foveolärer Gipfel in der 3-D-Darstellung.
Ergebnisse: Die Veränderungen im mf-ERG bei der Retinitis Photoelectrica konnten wir als identisch mit Veränderungen bei der Retinopathia solaris einstufen. Die Verlaufskontrolle nach 2 Wochen zeigte jedoch überraschenderweise bei beiden Patienten (trotz normalem Visus) nicht nur persistierende, sondern noch zunehmende Veränderungen (Unregelmässigkeiten) im mf-ERG. Die Antwortpotentiale waren jedoch nicht reduziert.
Schlußfolgerung: Trotz einem scheinbar sehr ähnlichen pathoätiologischen Schädigungsmechanismus der Retina bei Sonnenstrahlen (photochemisch) und Verblitzung (photoelektrisch) konnten wir trotz völliger Wiederherstellung des Visus, ein unterschiedliches mf-ERG Bild diagnostizieren. Im Falle der Retinitis solaris normalisierte sich das mf-ERG völlig, bei der Retinitis Photoelectrica registrierten wir nach 2 Wochen persistierende Unregelmäßigkeiten. Die geringe Fallzahl schränkt die Aussagefähigkeit ein, weitere Untersuchungen im Falle der Retinitis photoelectrica sowie Verlaufskontrollen sind erforderlich.



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