Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Initial okkulte, okuläre Spätmanifestation einer Loiasis in Westfalen: ein Fallbericht

1Uhlig C. E.*, 2Dietrich M., 1Busse H.

1Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Domagkstr. 15, D-48129 Münster; 2Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Bernhard-Nocht-Str. 74, D-20359 Hamburg

Einleitung: Filariosen gehören in Westeuropa zu den selteneren Erkrankungen und können bei monosymptomatisch okulärer Beteiligung zu Fehldiagnosen und zeitlicher Therapieverzögerung führen.
Material und Methode: Fallbericht: Ein 30-jähriger aus Kamerun gebürtiger Patient, der sich seit 6 Jahren ausschließlich in Europa, insbesondere Deutschland, aufhielt, klagte über einen seit 24 Stunden bestehenden Schmerz mit Verschwommensehen und eine erst danach aufgetretene Rötung des rechten Auges. Die Konsultation eines Augenarztes am Vortag war erfolglos geblieben. Anamnestisch bestand früher eine Alopecia are-ata, ein Asthma bronchiale seit acht Jahren sowie zeitweilig juckende Schwellungen an den Armen und Beinen. Sein Vater leide an Glaukom.
Resultate: Das rechte Auge war bulbär injiziert, das Oberlid druckdolent, die Papillen beidseits 0,5 exkaviert. Intraokular bestanden keine Entzündungszeichen. Der Visus betrug korrigiert jeweils 0,8. Unter Ektropionierung des Oberlides fand sich ein 2,6 cm langer, subkonjunktival gelegener, auf Druck beweglicher Fadenwurm. Trotz einer Tropfserie mit 2%-Pilocarpin- sowie Kokain-AT wanderte die Filarie in den Para- bzw. Retrobulbärraum, bevor eine chirurgische Entfernung hätte durchgeführt werden können. Im Blut fanden sich eine Eosinophilie (13 %), Antikörper gegen Nematoden und Loa loa-Mikrofilarien im Tag- und Nachtblut (12 u. 24oo). Unter stationären Bedingungen wurde eine Therapie mit Diethylcarbamazin bis zur Erhaltungsdosis von 3 x 150 mg/tgl. über 21 Tage eingeleitet.
Schlußfolgerung: Angesichts der zunehmenden internationalen Migrations-bewegungen, sollten bei 'rotem Auge' oder okulärer Schmerzsymptomatik bei entsprechender, auch weiter zurückliegender Tropen-Anamnese Filariosen diferentialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden.



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