Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Maligne epitheliale Tumore des Tränensackes - Synopsis mit Falldarstellung

Ungerechts R., Lang M., Emmerich K. H.

Augenklinik, Klinikum Darmstadt, Heidelberger Landstraße 379, 64297 Darmstadt

Die malignen Tumore des Tränensackes sind sehr seltene Erkrankungen, die sich auf Einzelbeschreibungen beschränken.
Arten: Bei bösartigen Tumoren des Tränensackes unterscheidet man epitheliale Tumore (54%) und nicht epitheliale Tumore (46%).
Klinische Zeichen: Als Leitsymptom findet man Epiphora und eine schmerzlose Schwellung im Bereich des Tränensackes. Außerdem kann eine sekundäre Dacryozystitis auftreten. Anfangs ist eine Tränenwegsspülung oft noch möglich, wobei bei der Spülung eine Blutung auftreten kann. Bei Ausbreitung über den Tränensack hinaus finden sich häufig nasale Symptome, Infiltration von Weichteilgewebe, Haut und Knochen sowie Lymphadenopathie. Zur Diagnosesicherung ist unbedingt eine Biopsie erforderlich.
Kasuistik: In unserer Klinik stellte sich ein 55-jähriger Patient vor, der seit einem Jahr über Epiphora klagte. Seit 2.5 Monaten bestand ein reizfreier Tränensack Hydrops. Die Tränenwege waren verzögert zur Nase spülbar. In der Dacryozystographie zeigte sich eine Kontrastmittelfüllung bis zum oberen Drittel des Tränensackes. Bei der darauffolgenden Dacryozystorhinostomie stellte sich beim Eröffnen der Mukozele ein markiger Prozess dar. Histologisch zeigte sich ein invasives, nicht verhornendes Plattenepithelkarzinom. Es wurde eine Resektion der angrenzenden Strukturen durchgeführt, der Defekt sekundär gedeckt und der Patient einer Radiatio zugeführt.
Zusammenfassung: Bei Tränensackhydrops mit fehlenden Entzündungszeichen sollte als Ursache für eine Tränenwegsstenose an ein Tränensackkarzinom gedacht werden. Hinweise dafür können eine lokale Infiltration der orbitalen Knochen- und Weichteilstrukturen sowie Tumorwachstum außerhalb des medialen Lidbändchens, Teleangiektasien oder blutiger Reflux im Spülbefund sein. Die Therapie ist abhängig vom histologischen Typ und vom Ausmaß der Tumorinvasion. Es sollte eine großzügige lokale Exzision erfolgen und gegebenenfalls durch eine Radiatio ergänzt werden.




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