Temporäre Deckung von perforierten Hornhautdefekten mit einem Polyurethan-
Patch
1Wach T., 1Noske W. , 2Hoffmann F., 3Schmidt T., 3Maier M.
1Augenklinik Klinikum Brandenburg, Am Seegarten 2, 14774 Brandenburg;
2Augenklinik, Universitätsklinikum Benjamin Franklin, 12200 Berlin;
3Augenklinik rechts der Isar, TU München, Ismaningerstr.22, 81675
München
Untersuchungsziel: Da der Verschluß perforierter Hornhautsubstanzdefekte
mit homologem Material problematisch sein kann habe
n wir mikroporöse Polyurethan- Patchs zum temporären Verschluß
solcher Defekte eingesetzt.
Methoden/Patienten: Die Studie umfaßt
21 Deckungen von Hornhautperforationen mit Substanzdefekt an 19 Augen
(Nachbeobachtungszeit 13 Wochen bis 5 Jahre). Der Hornhautdefekt wurde
mit einem nicht transparenten mikroporösen Polyurethan-Patch (Neuro-Patch,
Fa. Braun, Melsungen) gedeckt, der durch Einzelnähte oder hornhautüberspannende
Limbusnähte fixiert wurde. In 10 Fällen wurde der Hornhautdefekt
zusätzlich mit Sklera ausgefüllt. In 10 Fällen erfolgte
eine zusätzliche Fibrinklebung und in 16 Fällen eine topische
antifibrinolytische Nachbehandlung mit Aprotinin.
Ergebnisse: Das flexible Polyurethanmaterial ist dehnbar, lässt
sich gut anpassen und unter Spannung fixieren, so dass die Defektdeckung
auch unter Lokalanästhesie durchführbar ist. In allen Fällen
konnte die Perforation durch den Patch abgedichtet werden. Der Patch wurde
3 bis 10 Wochen nach Aufnähung entfernt, nur in einem Fall war im
Defektbereich eine Fistel nachweisbar, die sich nach erneuter Patchaufnähung
verschloss. In 2 Fällen traten nach 9 bzw. 11 Monaten neue Perforationen
auf, die durch einen Patch verschlossen werden konnten. Im Bereich der
eingefügten Sklera war nach Patchentfernung eine dicke epithelialisierte
stromale Narbe zu erkennen. Die Hornhautvaskularisation hängt von
der Dauer der Patchaufnähung ab, wir empfehlen daher eine Entfernung
nach 4-6 Wochen.
Schlußfolgerungen: Die Übernähung von perforierten
Hornhautsubstanzdefekten mit einem Polyurethan-Patch stellt eine Alternative
zu den herkömmlichen Verfahren dar. Das Material ist leicht verfügbar,
wird biologisch nicht abgebaut und lässt sich einfach anpassen. Um
die Problematik einer dünnen Hornhaut im Bereich der Substanzdefekte
zu umgehen empfiehlt sich ggf. die Einpassung eines Sklerastückchens.
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