Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Temporäre Deckung von perforierten Hornhautdefekten mit einem Polyurethan- Patch

1Wach T., 1Noske W. , 2Hoffmann F., 3Schmidt T., 3Maier M.

1Augenklinik Klinikum Brandenburg, Am Seegarten 2, 14774 Brandenburg; 2Augenklinik, Universitätsklinikum Benjamin Franklin, 12200 Berlin; 3Augenklinik rechts der Isar, TU München, Ismaningerstr.22, 81675 München

Untersuchungsziel: Da der Verschluß perforierter Hornhautsubstanzdefekte mit homologem Material problematisch sein kann habe
n wir mikroporöse Polyurethan- Patchs zum temporären Verschluß solcher Defekte eingesetzt.
Methoden/Patienten: Die Studie umfaßt 21 Deckungen von Hornhautperforationen mit Substanzdefekt an 19 Augen (Nachbeobachtungszeit 13 Wochen bis 5 Jahre). Der Hornhautdefekt wurde mit einem nicht transparenten mikroporösen Polyurethan-Patch (Neuro-Patch, Fa. Braun, Melsungen) gedeckt, der durch Einzelnähte oder hornhautüberspannende Limbusnähte fixiert wurde. In 10 Fällen wurde der Hornhautdefekt zusätzlich mit Sklera ausgefüllt. In 10 Fällen erfolgte eine zusätzliche Fibrinklebung und in 16 Fällen eine topische antifibrinolytische Nachbehandlung mit Aprotinin.
Ergebnisse: Das flexible Polyurethanmaterial ist dehnbar, lässt sich gut anpassen und unter Spannung fixieren, so dass die Defektdeckung auch unter Lokalanästhesie durchführbar ist. In allen Fällen konnte die Perforation durch den Patch abgedichtet werden. Der Patch wurde 3 bis 10 Wochen nach Aufnähung entfernt, nur in einem Fall war im Defektbereich eine Fistel nachweisbar, die sich nach erneuter Patchaufnähung verschloss. In 2 Fällen traten nach 9 bzw. 11 Monaten neue Perforationen auf, die durch einen Patch verschlossen werden konnten. Im Bereich der eingefügten Sklera war nach Patchentfernung eine dicke epithelialisierte stromale Narbe zu erkennen. Die Hornhautvaskularisation hängt von der Dauer der Patchaufnähung ab, wir empfehlen daher eine Entfernung nach 4-6 Wochen.
Schlußfolgerungen: Die Übernähung von perforierten Hornhautsubstanzdefekten mit einem Polyurethan-Patch stellt eine Alternative zu den herkömmlichen Verfahren dar. Das Material ist leicht verfügbar, wird biologisch nicht abgebaut und lässt sich einfach anpassen. Um die Problematik einer dünnen Hornhaut im Bereich der Substanzdefekte zu umgehen empfiehlt sich ggf. die Einpassung eines Sklerastückchens.




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