Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Mikroelektronik in der Ophthalmochirurgie - neue Horizonte für Klinik und Therapie

Walter P.

Universität zu Köln, Zentrum für Augenheilkunde, Klinik und Poliklinik für Netzhautund Glaskörperchirurgie, Köln

Einleitung: Aufgrund neuer Entwicklungen in der Fertigungstechnik und in der Mikroelektronik aber auch durch eine weitere Verbesserung mikrochirurgischer Techniken wird es möglich komplexe integrierte Schaltungen in Implantate einzubringen, die nach einer biokompatiblen Kapselung auch ins Auge eingebracht werden können. Derzeit werden Implantate zur Netzhautstimulation (Retina Implantate), telemetrische Sensoren für Druckmessungen und intraokulare Bildgeber diskutiert und entwickelt.
Methoden: Die beschriebenen Implantate werden mit Methoden der Mikrosystemtechnik auf flexiblen Substraten hergestellt und zumeist in Silikonkautschuk verkapselt. Tests zur Bioverträglichkeit erfolgen im direkten und indirekten Kontakt zwischen Netzhaut und den Werkstoffen bzw den Prototypen im Tierversuch. Die Funktion vollständig aufgebauter Systeme wird ebenfalls im Tierversuch demonstriert.
Ergebnisse: Im Retina Implantat Projekt werden derzeit Vorstufen zu Prototypen aufgebaut, mit denen im Tierversuch bereits die erfolgreiche und topographisch korrekte Aktivierung zugeordneter Hirnrindenareale nachgewiesen werden konnte. Befestigungsverfahren sind ebenfalls im Tierversuch erfolgreich getestet worden. Die Prototypfabrikation von Drucksensoren mit telemetrischer Daten- und Signalübertragung ist ebenfalls abgeschlossen und in der tierexperimentellen Erprobung. Der Drucksensor und alle Transponderelemente sind dabei in einer faltbaren Intraokularlinse integriert. Noch in der Prototypentwicklung ist ein Implantat zur Projektion von Bilddaten auf die Netzhaut, das im Fall irreversibler Vorderabschnittschädigungen eingesetzt werden soll. Diese intraokulare Sehhilfe stellt bei fortgeschrittenem Trachom, aber auch nach Verätzungen oder Explosionstraumen eine mögliche Alternative zur Wiederherstellung von Sehvermögen dar.
Diskussion: Durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ophthalmologen, Mikrosystemtechniken, Mikrochipdesignern und Werkstoffspezialisten sind neue Implantate möglich geworden, die das Spektrum der operativen augenheilkundlichen Therapie selbst für bisher nicht behandelbare Situationen in der Zukunft erweitern werden. Mit Unterstützung des BMBF, der DFG, des MWF des Landes NRW und Köln Fortune.


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