Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Langzeitverlaufsbeurteilung der Papillen bei OHT-Patienten mit dem Foto-Flickertest

Walter S., Meyer J., Funk J.

Universitäts-Augenklinik, Killianstr. 5, D-79106 Freiburg

Patienten mit okulärer Hypertension (OHT) haben ein Risiko von ca. 1% pro Jahr ein Glaukom zu entwickeln. Es sollten deshalb in regelmäßigen Abständen eine Gesichtsfeldkontrolle und eine Beurteilung der Papillen durchgeführt werden. Mit dem Foto-Flickertest steht ein einfaches Verfahren zur Verfügung, mit dessen Hilfe zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommene Papillenfotos verglichen werden können.
Methode: Wir untersuchten in einer prospektiv angelegten Studie 129 Augen von 68 Patienten über einen Zeitraum von 90 +/-15 Monaten. Einschlußkriterien waren Visus > 0,8, Augendruck > 25 mm Hg oder >23 mm Hg bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren hinsichtlich Glaukomerkrankung. In ½-jährlichen Abständen erfolgten applanatorische Augendruckkontrolle, Messung des Gesichtsfeldes mit dem Octopus 1-2-3 (G1x-Programm) und Fundusfotografie (Papillenfoto 30° Bildausschnitt). Die Papillenfotos wurden digitalisiert, mit einem Softwareprogramm (analySIS-CCS®, CCS-Pawlowski GmbH, Jena) in Größe und Betrachtungswinkel aligniert und dann in rascher Folge abwechselnd gezeigt (Flickermodul). 2 unterschiedliche Personen führten getrennt und ohne Kenntnis der Patientendaten den Flickertest durch.
Ergebnisse: Die intraindividuelle Reproduzierbarkeit betrug 97,7%. Die Übereinstimmung zwischen beiden Untersuchern (= interindividuelle Reproduzierbarkeit) lag bei 93,8%. Bei 11 der 129 untersuchten Augen wurden Veränderungen im Langzeitverlauf entdeckt. 4 von 4 Augen, welche im Zeitverlauf einen Gesichtsfelddefekt entwickelten, zeigten auch im Foto-Flickertest eine Verschlechterung. Zusätzlich konnten wir an 7 Augen, die keine Gesichtsfeldausfälle aufwiesen, eine Veränderung der Papillenstruktur beobachten.
Schlußfolgerungen: Der Foto-Flickertest ist ein sehr einfaches und schnelles Verfahren, welches Änderungen der Papillenstruktur mit hoher Zuverlässigkeit erkennen läßt. Die glaukomtypische Schäden können meist vor Eintreten einer Gesichtsfeldverschlechterung entdeckt werden.




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