Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Cataracta membranacea- Ein ungewöhnlicher Case-report

Walter S., Heuring A. H., Menkhaus S., Behrens-Baumann W.

Universitätsaugenklinik, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg

Hintergrund: Eine membranöse Katarakt wurde erstmals 1833 von v. Ammon beschrieben. Bei dieser seltenen Kataraktform werden degenerierte Linsenfasern verflüssigt, so daß nur eine dünne Schicht des vorderen und hinteren Kapselblattes verbleibt. Es folgt eine Proliferation rudimentärer Linsenfasern und Epithelzellen, die zur kompletten Linseneintrübung führt, in der Regel bereits zum Zeitpunkt der Geburt.
Patient: Ein 27 jähriger Patient stellte sich bei uns wegen einer länger bestehenden Visusminderung beidseits vor. Er gab an, in der Kindheit und Jugend auf beiden Augen ein gutes Sehvermögen gehabt zu haben. 1997 sei das rechte Auge mit dem Nd:YAG Laser behandelt worden.
Befunde: Spaltlampenmikroskopisch stellte sich beidseits eine weißliche Membran im Pupillarniveau dar, die an eine intensive Nachstarbildung erinnerte. Die Ultraschall-Biomikroskopie demonstrierte rechts in der Äquatorregion eine Membranverdünnung nur in der axialen Achse und zeigte peripher eine annähernd normale, gerundete Konfiguration. Dagegen bestand links im gesamten Durchmesser, also auch im Äquatorbereich eine membranöse Struktur. Wir führten an beiden Augen eine Kapsulotomie, sowie eine Membranausschneidung mit einer vitreoretinalen Schere durch, anschließend erfolgte eine ausgiebige vordere Vitrektomie. Am rechten Auge wurde eine +22.0 D,am linken eine +20.0 D PMMA-Intraokularlinse (IOL) mit 7.0 mm Optik und 13.5mm im Gesamtdurch-messer in den Sulcus ciliaris implantiert. 2 Monate später wurde der Patient abschließend nachuntersucht. Beide IOL waren zentrisch im Sulcus ciliaris fixiert . Der Patient erreicht am rechten Auge mit -1,75 - 0,75/140° eine Sehschärfe von 0.9, links mit -1.0 -0.75/60°0.9-1.0p.
Schlußfolgerung: Nach OP konnte bei dieser Kataraktform bds. eine hervorragende Sehschärfe erreicht werden. Die Besonderheit im vorliegenden Fall wird durch die unterschiedlichen Linsenformen unterstrichen: Möglicherweise ist die Cataracta membranacea nur das fortgeschrittenere Stadium der Cataracta annulare, was aufgrund der extremen Seltenheit dieser Kataraktformen aber nur schwer zu beweisen sein dürfte.




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