Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Beidseitige kongenitale Mydriasis mit Akkommodationslosigkeit bei Ductus arteriosus Botalli persistens

Weber A., Gräf M.

Zentrum für Augenheilkunde, Friedrichstr. 18, D-35385 Gießen

Hintergrund: Es wird über ein Mädchen berichtet, das uns im Alter von 4 Monaten aufgrund einer beidseitigen angeborenen Mydriasis vorgestellt wurde.
Patientin und Methoden: In der Familienanamnese waren keine Augenerkrankungen bekannt. Am 7. Lebenstag war ein großer persistierender Ductus arteriosus Botalli operativ ligiert worden. Wir führten eine Untersuchung der vorderen Augenabschnitte mit Handspaltlampe, eine binokulare indirekte Ophthalmoskopie, eine Strichskiaskopie und pharmakologische Pupillentestungen mit fotografischer Auswertung durch.
Ergebnisse: Die vorderen Augenabschnitte waren beidseits reizfrei mit klaren brechenden Medien. Vom Irisstroma ausgehend bestand ein Netz zarter Pupillarsaumfädchen. Am linken Auge war die Iris nasal an der Iriswurzel im regredienten Licht durchleuchtbar. Die Pupillen waren kreisrund, seitengleich 7mm im Durchmesser und reagierten weder auf Licht noch auf Pilocarpin in bis zu 1%iger Konzentration. Auch nach Miotikaapplikation zeigte sich keine Änderung der skiaskopisch ermittelten Refraktion von +3 dpt. Papillennah fielen mehrere kleine arterielle Gefäßschlingen auf, der übrige Fundusbefund war regelrecht.
Diskussion: Die kongenitale Mydriasis ist extrem selten. Sie betrifft typischerweise beide Augen. 2 Fälle in der neueren Literatur wiesen ebenso wie dieses Kind einen Megaductus auf. Somit besteht offensichtlich ein systematischer Zusammenhang zwischen der okulären Störung und dem ausbleibenden Spontanverschluß des Ductus arteriosus Botalli.




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