Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Erhöhte Plasmahomocysteinspiegel als ein Risikofaktor für retinale Zentralvenenthrombosen

Weger M., Stanger O., Renner W., Schmut O., Haas A.

Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich

Einleitung: Erhöhte Plasmahomocysteinspiegel stellen einen unabhängigen Risikofaktor für vaskuläre Ereignisse, wie Myocardinfarkt, Beinvenenthrombosen und cerebralen Insult dar. Störungen im Homocysteinstoffwechsel, wie eine verminderte Remethylierung zu Methionin, verursacht durch Folsäuremangel oder durch einen genetisch bedingten Enzymdefekt der Methylentetrahydrofolatreduktase (MTHFR C677T9) führen zu einem Anstieg der Homocysteinkonzentration im Plasma. In dieser retrospektiven Fall- Kontroll- Studie sollte geklärt werden, ob Zentralvenenthrombosen mit erhöhten Homocysteinspiegeln assoziiert sind.
Methode: Bei 74 konsekutiven Patienten mit Zentralvenenthrombosen und 74 alters- und geschlechtsgematchten Kontrollen wurden die Konzentrationen von Homocystein und Folsäure im Plasma bestimmt. Mittels PCR wurden die Genotypen der MTHFR C677T - Mutation ermittelt.
Ergebnisse: 12 Patienten hatten Plasmahomocysteinspiegel, die größer als 14.8 µM/L waren ( 12 Patienten vs. 2 Kontrollen; p=0.005) Dies entsprach der 95% Perzentile der Homocysteinkonzentration in der Kontrollgruppe. Diese Patienten hatten ein 6faches Risiko, eine Zentralvenenthrombose zu erleiden (95% Konfidenzintervall 1.5-32.3). Der mittlere Plasma-Folsäurespiegel hingegen war signifikant niedriger (4.3±2.1 ng/ml vs. 5.6±2.1 ng/ml; p=0.001). Die Genotypenverteilung der MTHFR C677T Mutation in beiden Gruppen zeigte keinen signifikanten Unterschied.
Diskussion: Unsere Ergebnisse zeigten, dass erhöhte Plasmahomocysteinkonzentrationen mit einem gesteigerten Risiko für eine Zentralvenenthrombose asoziiert sind. Es konnte aber kein Hinweis für eine erhöhte Prävalenz der MTHFR C677T-Mutation bei Patienten mit Zentralvenenthrombose gefunden werden.




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