Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Klinische und histologische Befunde einer okulären Organtuberkulose

1Weich C.-M., 2Müller-Molaian I., 1Palmowski A., 2Remberger K., 1Ruprecht K. W.

1Universitäts-Augenklinik, Kirrbergerstr.1,D- 66424 Homburg (Saar); 2Institut für Pathologie der Universitätskliniken des Saarlandes, Kirrbergerstr.1,D- 66424 Homburg (Saar)

Gegenstand: Der Krankheitsverlauf einer 51 jährigen in einem Altenheim beschäftigten Krankenschwester mit okulärer Organtuberkulose wird dargestellt.
Patient und Methode: Im November 1998 stellte sich die Patientin mit einer seit einem Jahr rezidivierenden Skleritis des RA in unserer Klinik vor. Regelmäßig durchgeführte Tine-Test-Kontrollen waren negativ. Der ophthalmologische Status zeigte eine gemischte Gefäßinjektion der Bindehaut sowie Zellen in Vorderkammer und Glaskörper ohne Anhalt für eine Retinitis. Lokale und systemische Steroidtherapien erbrachten nur eine kurzzeitige Besserung. Bis August 2000 kam es zu einer stetigen Befundverschlechterung, die zu einer nekrotisierenden Skleritis führte. In der anschließend durchgeführten Biopsie fand sich eine floride, chronische, epitheloidzellig-granulomatöse Entzündung ohne Nachweis spezifischer Erreger. Der folgende Tine-Test war stark positiv. Die daraufhin durchgeführte PCR-Analyse ergab eine Tbc-spezifische Gensequenz. Eine systemische Tuberkulose konnte ausgeschlossen werden. Die tuberkulostatische Therapie mußte wegen Unverträglichkeit auf eine Einfachtherapie mit Rifampicin reduziert werden. Eine erhebliche kontinuierliche Befundverschlechterung machte im Januar 2001 die Enukleation des RA notwendig. Die histologische Aufarbeitung zeigte eine ausgeprägte floride chronische Skleritis, Uveitis und Retinits ohne Nachweis Tuberkulose- typischer Granulome. Die PCR Untersuchung ergab jedoch wiederum eine Tbc-spezifische Gensequenz. Unter Rifampicintherapie besteht bislang Beschwerdefreiheit.
Schlußfolgerung: Neben der histologischen Aufarbeitung sollte im Fall einer Skleritis unklarer Genese das Vorliegen der seltenen okulären Organtuberkulose immer auch mittels einer PCR-Analyse ausgeschlossen bzw. bestätigt werden.




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