Histopathologische Untersuchung von retrokornealen Membranen bei irreversiblem
Transplantatversagen
Wenkel H., Calabrese S., Seitz B., Küchle M., Naumann G. O. H.
Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg,
Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen
Hintergrund: Es sollte die Häufigkeit und typische Charakteristika
von retrokornealen Membranen bei irreversiblem Transplantatversagen nach
perforierender Keratoplastik untersucht werden.
Patienten und Methoden: Von den 2800 zwischen 1988 und 1998 durchgeführten
perforierenden Keratoplastiken wurden alle Hornhautscheibchen die nach
irreversiblem Transplantatversagen chirurgisch entfernt wurden histologisch
nachuntersucht. Von 407 durchgeführten Re- Keratoplastiken konnten
371 (von 308 Patienten) mit ausreichenden klinischen Angaben untersucht
werden. Es handelte sich um 180 Männer und 128 Frauen mit einem Alter
zwischen 6 und 88 Jahren (Median 62 Jahre). Die untersuchten Hornhäute
waren 2 Wochen bis 37 Jahre nach der vorausgehenden Keratoplastik exzidiert
worden (Median: 3,5 Jahre).
Ergebnisse: Eine fibröse retrokorneale Membran wurde in 45%
der Transplantate mit einer Dicke von 2µm bis zu 520 µm (Median:
20µm) beobachtet. Von den 38 Hornhäuten mit hinteren Synechien
zeigten 68% (26/38) eine retrokorneale Membran. Eine Reendothelialisation
der retrokornealen Membran wurde bei 75 (45%) der Präparate gesehen.
Bei 32% der Hornhäute (120/371) war die Spender-Empfänger Grenze
sichtbar. 56% dieser Hornhäute zeigten eine retrokorneale Membran
die in 92% direkten Kontakt zu dieser Grenze hatte. Das Auftreten einer
retrokornealen Membran korrelierte nicht mit der ursprünglichen Hornhauterkrankung
die zur Keratoplastik geführt hatte. Retrokorneale Membranen wurden
in Hornhäuten gefunden die 3 Monate bis 28 Jahre nach der vorhergehenden
Keratoplastik exzidiert worden waren.
Schlußfolgerungen: Retrokorneale fibröse Membranen sind
ein häufiger Befund bei irreversiblem Transplantatversagen (45%).
Sie scheinen durch eine korneale Stromainvasion entlang der Spender-Empfänger
Grenze zu entstehen, könnten aber auch von veränderten (metaplastischen)
kornealen Endothelzellen produziert werden.
|