Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Marginale Hornhautulzerationen bei rezidivierender Polychondritis

1Werschnik C., 1Duncker G. I. W., 2Keyßer G., 1Hammer T., 1Wilhelm F.

1Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg, Magdeburger Str. 8, 06097 Halle (Saale); 2Universitätsklinikum Kröllwitz der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg, Klinik für Innere Medizin, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle

Hintergrund: Die rezidivierende Polychondritis ist eine äußerst seltene allgemeine Erkrankung, die durch Entzündungsattacken des Knorpelgewebes, der Nase, der Ohren, des Auges und des kardiovaskulären Systems charakterisiert ist. Als okuläre Beteiligung (60%) stehen Episkleritis, Konjunktivitis, Iritis, Keratitis mit Ulzerationen, Neuritis nervi optici, Chorioretinitis und Augenmuskellähmungen im Vordergrund. Eine autoimmune Pathogenese wird vermutet.
Fallbericht: Ein 43-jähriger Patient stellte sich mit seit 1993 bestehenden rezidivierenden Konjunktivitiden und Hornhautulzerationen bei Zustand nach zweifacher Bindehautdeckung rechts erstmals 1998 vor. Der korrigierte Visus betrug rechts 0,25 (Schielamblyopie) und links 0,7. Bei der Spaltlampenuntersuchung fiel rechts ein Hornhautrandulkus der gesamten nasalen Hälfte bei sonst regelrechtem Befund auf. Bei Verdacht auf Ulcus Mooren wurde eine lamelläre Hufeisenkeratoplastik durchgeführt. Der klinische Verlauf, die weiterführende Diagnostik und die Probleme bei der Therapie sowie der Befall anderer Organe bei Verdacht auf eine rezidivierende Polychondritis werden demonstriert.
Zusammenfassung: Ein schwerer Hornhautbefall, wie bei diesem Patienten, ist bei chronisch rezidivierender Polychondritis nicht sehr häufig, stellt aber eine große Herausforderung bezüglich der Behandlung dar. Immunsuppressive Therapie mit Steroiden allein oder in Kombination mit Azathioprin, Cyclophosphamid, Cyclosporin oder Methotrexat wird in der Literatur empfohlen. Rezidive sind häufig, so dass eine langjährige Nachbetreuung und Führung der Patienten von großer Bedeutung sind.




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