Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Bilaterale Venenthrombose bei Immunocytom und Hyperviskosität

Widder R. A., Farvili E., Brunner R., Walter P.

Zentrum für Augenheilkunde, Universität zu Köln

Hintergrund: In der Genese retinaler Venenthrombosen wird eine rheologische Ursache in Form einer Erhöhung des Hämatokrit diskutiert. Der folgende Fallbericht zeigt einen Patienten mit einem Hyperviskositätssyndrom bei niedrigem Hämatokrit, welches zu einer bilateralen Venenthrombose geführt hat.
Methode: Fallbericht.
Ergebnisse: Der 43jährige Patient stellte sich mit einer plötzlichen Visusminderung beidseits vor. Die Funduskopie in Mydriasis zeigte das Vollbild einer bilateralen retinalen Venenthrombose. Der Blutdruck lag im Normbereich. Durchgeführte laborchemische Untersuchungen zeigten einen Hämatokrit von 20 %, ein Gesamteiweiß von 14.4 g/dl (Norm <8.3 g/dl) und eine monoklonale Gammopathie mit einem IgM von 72 g/l (Norm <3.2 g/l). Die Plasmaviskosität war erhöht. Als akute Maßnahme wurde eine Plasmaaustauschbehandlung durchgeführt. Die nachfolgende Knochenmarkuntersuchung ergab die Diagnose eines Immunocytoms und der Patient wurde einer chemotherapeutischen Behandlung zugeführt. Unter der Behandlung zeigte sich eine Befundbesserung, wobei sich bds. ein Makulaödem mit Pigmentepithelabhebung einstellte.
Diskussion: Der vorliegende Fall weist nochmals auf die Bedeutung der Ursachenabklärung bei der retinalen Venenthrombose hin. Hier konnte der Patient einer kausalen Behandlung zugeführt werden bevor es zu weiteren Komplikationen kam. Weiterhin unterstreicht der beschriebene Fall, daß eine Erhöhung der Plasmaviskosität selbst bei niedrigem Hämatokrit zur retinalen Venenthrombose führen kann.




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